Eurofighter

Der E. [in Deutschland auch »Jäger 90«, in der NATO »Typhoon« genannt] ist ein Mehrzweckkampfflugzeug, das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien entwickelt und produziert worden ist. Eine zunächst angestrebte Beteiligung Frankreichs scheiterte. Die Entscheidung für den E. und gegen US-amerik. Konkurrenzprodukte zielte v. a. auf die Erhaltung und Stärkung der europ. Rüstungsindustrie, für die der E. einer der größten Aufträge der Nachkriegszeit bedeutete. An dem 1986 gegründeten Konsortium sind heute die Firmen European Aeronautic Defense and Space Company (EADS), die BAE Systems und die Alenia Aeronautica beteiligt. Die Entwicklung und Herstellung ist von teilweise erheblichen Verzögerungen und einer Vervielfachung der Kosten gekennzeichnet gewesen. Das Ende des Ost-West-Konflikts und die damit verbundene Umstellung von der Territorialverteidigung auf Friedensmissionen stellten überdies den Nutzen des E. für die Streitkräfte infrage, zumal dessen Anschaffung über viele Jahre einen großen Teil der für Beschaffungen verfügbaren Mittel gebunden hat. Alle beteiligten Staaten haben die bestellten Stückzahlen daher reduziert und die Ausstattung vereinfacht. Neben den an der Herstellung beteiligten Staaten haben auch Österreich und Saudi-Arabien die Anschaffung von E. beschlossen. Insgesamt waren über 700 E. bestellt worden, davon 232 vom Vereinigten Königreich und 180 von Deutschland.

Literatur:D. Buch: Die Zukunft des Eurofighters. Multifunktionalität als entscheidender Vorzug, SWP-Studie, Berlin 2012 (Download über: www.swp-berlin.org).

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: W. Wagner

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