Europäischer Forschungsrat

Der E. [engl.: European Research Council (ERC)] ist eine Institution der EU-Forschungspolitik, welche durch das 7. Forschungsrahmenprogramm (2007–13) errichtet wurde und im Februar 2007 seine Tätigkeit aufgenommen hat. Der E. soll die europ. Spitzenforschung im internationalen Wettbewerb stärken. Der E. vergibt Fördergelder an Wissenschaftler im Rahmen eines Begutachtungsverfahrens (»peer review«). Der E. arbeitet ähnlich wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Erster Generalsekretär des E. war Ernst-Ludwig Winnacker, davor langjähriger Präsident der DFG. Während bislang die europ. Forschungspolitik stark auf industrienahe und anwendungsorientierte Forschung ausgerichtet war, soll der E. die Grundlagenforschung in Europa stärken; neben den Natur- und Technikwissenschaften sollen auch die bislang vernachlässigten Geistes- und Sozialwissenschaften gefördert werden. Von den insgesamt 54 Mrd. €, die für den Zeitraum 2007–13 im 7. EU-Rahmenprogramm zur Verfügung stehen, kann der E. 7,5 Mrd. € für Forschungsprojekte vergeben. Damit soll auch der Wegzug europ. Wissenschaftler (»Braindrain«) reduziert und Europa als Wissenschaftsstandort attraktiver gemacht werden. Der E. soll mittelfristig als »Europäische Exekutivagentur« konstruiert und der EU-Kommission unterstellt werden.

http://erc.europa.eu

Literatur:E.-L. Winnacker: Europas Forschung im Aufbruch. Abenteuer in der Brüsseler Bürokratie, Berlin 2012.

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: M. Große Hüttmann

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln