Europäischer Währungsfonds

Nach den Plänen für das Europäische Währungssystem von 1978 hätte der E. den Europäischen Fonds für währungspolitische Zusammenarbeit (EFWZ) ablösen sollen, der 1973 nach dem Zusammenbruch des Systems von Bretton Woods von den Staaten der EG gegründet worden war, um die Wechselkurse in der Gemeinschaft zu stabilisieren. Der E. hätte nicht nur Währungsreserven verwalten, Devisenmarktinterventionen abwickeln und Stützungskredite vergeben sollen, sondern mehr und mehr in die Rolle einer europ. Zentralbank mit dem ECU als Leitwährung hineinwachsen sollen. Das scheiterte nicht zuletzt am Widerstand der Deutschen Bundesbank, sodass der EFWZ bis zur Schaffung des Europäischen Währungsinstituts 1994 aktiv blieb. Er hielt rund 20 % der mitgliedstaatlichen Währungsreserven und stellte dafür ECU als Buchgeld zur Verfügung. Ferner kümmerte er sich um die technische Abwicklung von Interventionen zur Stützung der Kurse im Europäischen Währungssystem. Eine stärker koordinierende Rolle blieb ihm allerdings versagt.

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: D. Wolf

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