Europeana

Die E. ist eine kooperativ organisierte europ. digitale Bibliothek, erreichbar und meist kostenlos nutzbar über das World Wide Web. Sie entstand 2008 als Gegengewicht zu den weltweiten Digitalisierungsbemühungen der Firma Google (Plattform GoogleBooks http://books.google.com/) zur Bewahrung des europ. Kulturerbes. Beiträger zur E. sind v. a. Mitarbeiter von Wissenschafts- und Kulturinstitutionen (Archive, Museen, Bibliotheken, Wissenschaftsinstitutionen), die Dokumente und Artefakte digitalisieren und im Text-, Bild- und Filmformat bei sich auf Servern anbieten. In der E. werden diese Dateien durch sog. Metadaten erschlossen und sind so zentral recherchierbar. 2010 wurden so 10 Mio. Objekte erreicht. Parallele Portale sind in einigen europ. Ländern vorhanden (z. B. Gallica in Frankreich) oder im Entstehen (z. B. Deutsche Digitale Bibliothek). Die E. bzw. ihre Projektpartner standen öfter in der Kritik ob mangelnder Qualität der digitalisierten Objekte und Aneignung des Copyrights trotz der Anzeige von Gemeingütern. Als Reaktion wurde 2011 die »Europeana Charta zum Gemeingut« formuliert. Insgesamt bietet die E. einen zentralen europaweiten Zugriff auf sog. Digitalisate, ein nicht zu unterschätzender Beitrag für die europ. Integration.

http://www.europeana.eu/

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: J. Plieninger

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