FRONTEX

Die Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen [frz.: Agence européenne pour la gestion de la coopération opérationnelle aux frontières extérieures] wurde 2004 durch eine Verordnung des Rates der EU gegründet und hat ihren Sitz in Warschau, Polen, wo sie im Mai 2005 ihre Arbeit aufnahm. Sie ist damit die erste EU-Agentur, die in einem neuen Beitrittsland beheimatet ist. F. soll im Rahmen des europ. Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts den Schutz der Außengrenzen der EU verbessern. Nach dem Wegfall vieler Binnengrenzen in der EU durch das Schengen-Abkommen bekam die Sicherung der Außengrenzen eine zusätzliche Bedeutung. Die Aufgaben von F. sind dabei die Koordinierung der EU-Mitgliedstaaten, die Unterstützung bei der Ausbildung von Grenzschutzbeamten, die Entwicklung von gemeinsamen Modellen zur Gefahrenbewertung, die Risikoanalyse und die Unterstützung der Mitgliedstaaten in besonderen Situationen. Eine der Operationen der Agentur unter dem Namen »Poseidon« versuchte, die illegale Einwanderung im östlichen Mittelmeer mit Kontrollen der Land- und Seegrenzen einzudämmen. Die Mitgliedstaaten bleiben dabei aber grundsätzlich zuständig für die Überwachung der Außengrenzen. F. ergänzt diese Arbeit lediglich. Auch Schengen-Staaten, die nicht Mitglied in der EU sind – wie Island oder Norwegen –, sind in die Arbeit von F. integriert. Das Budget für 2011 betrug 86,4 Mio. €. 298 Mitarbeiter waren 2011 bei F. beschäftigt. Kritiker sehen in F. ein Instrument zur Errichtung einer »Festung Europa«.

http://www.frontex.europa.eu

Literatur:J. Jeandesboz: Reinforcing the Surveillance of EU Borders. The Future Development of FRONTEX and EUROSUR, CEPS Challenge Research Paper Nr. 11, Brüssel 2008 (Download über: http://www.ceps.be).

Siehe auch:
Europäische Agenturen

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: T.-C. Bartsch

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