Intergouvernementale ­Zusammenarbeit

I. [intergouvernemental = dt.: zwischenstaatlich] beschreibt eine Form der Zusammenarbeit zwischen Staaten innerhalb internationaler Organisationen. Im Rahmen der I. behalten die Regierungen ihre volle Souveränität, treffen Entscheidungen nach dem Einstimmigkeitsprinzip und verfügen dementsprechend über ein Vetorecht. In der EU werden v. a. in der sog. 2. Säule (Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, GASP) sowie in der 3. Säule (Polizeiliche und Justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen) Entscheidungen nach diesem zwischenstaatlichen Modell getroffen, was oftmals zu einer schwerfälligen Beschlussfassung und einer ineffektiven Politik führt. Im Gegensatz dazu stehen die supranationalen (übernationalen) Beschlussmechanismen in der 1. Säule der EU (Europäische Gemeinschaften). Hier sind Mehrheitsentscheidungen sowie die Beteiligung der Gemeinschaftsinstitutionen vorgesehen.

Siehe auch:
Supranational

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: A. Jonas

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