Jugendpolitik in der EU

Seit Mitte der 1990er-Jahre wird der Gestaltung der J. in der EU verstärkt Aufmerksamkeit entgegengebracht. Ausgangspunkt war eine Entschließung des Europäischen Parlaments vom 12.12.1996, die eine verbesserte Einbindung von Jugendlichen in die Politik der EU forderte. Seitdem entwickelten sowohl die Kommission als auch der Ministerrat Initiativen zur verstärkten Partizipation sowie beruflichen Förderung von Jugendlichen. Die Hauptkompetenz bei der J. liegt bei den Mitgliedstaaten, die EU kann die nationalen Maßnahmen gemäß Art. 149 EG-Vertrag (Nizza bzw. Titel XII AEUV-Lissabon) ergänzen und unterstützen. Dem Erfahrungsaustausch zwischen der lokalen, regionalen, nationalen und europ. Ebene, z. B. mit der sog. Offenen Methode der Koordinierung, kommt dabei besondere Bedeutung zu. Auch die Einbeziehung von Jugendverbänden, z. B. dem European Youth Forum, spielt eine große Rolle. Sowohl auf regionaler, nationaler als auch auf europ. Ebene werden zahlreiche Programme angeboten, die die europ. Politik für Jugendliche erfahrbar machen sollen. Dazu gehören z. B. das European Youth Parliament, der Europäische Freiwilligendienst, Austauschprogramme wie ERASMUS oder speziell auf Jugendliche ausgerichtete Besuchsprogramme bei den EU-Institutionen.

Literatur:W. Weidenfeld: Europa leicht gemacht. Antworten für junge Europäer, München 2008.

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: S. Seeger

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