Klimapolitik der EU

Die K. umfasst alle Maßnahmen und Instrumente, die im Hinblick auf die Erwärmung des Weltklimas ergriffen werden. Die europ. K. verfolgt 2 grundlegende Herangehensweisen. Im Mittelpunkt stehen bislang die Bemühungen um eine Verringerung der Treibhausgasemissionen. Immer wichtiger wird indes auch die Anpassung an schon heute nicht mehr vermeidbare Folgen des Klimawandels. Als eigenständiges Politikfeld existiert die K. seit den internationalen Verhandlungen über ein UN-Klimaabkommen, die 1997 mit der Unterzeichnung des »Kyoto-Protokolls« abgeschlossen wurden. Die EU hat sich im Kyoto-Protokoll verpflichtet, ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis 2012 um 8 % (gegenüber dem Basisjahr 1990) zu senken. Das wesentliche Instrument zur Erreichung dieses Ziels ist der 2005 eingeführte Handel mit Emissionszertifikaten. Bei den derzeit laufenden Verhandlungen über ein Kyoto-Nachfolgeabkommen nimmt die EU eine globale Vorreiterrolle ein. Sie hat sich frühzeitig zu einer Reduktion ihrer Emissionen um 20 % bis 2020 verpflichtet. Die EU erwägt inzwischen sogar, dieses Reduktionsziel auf 25 oder 30 % zu erhöhen. Da die EU selbst jedoch nur für ein Sechstel der weltweiten Emissionen verantwortlich ist, kann ihre K. letztlich nur dann erfolgreich sein, wenn es ihr in den internationalen Verhandlungen gelingt, bislang sehr zurückhaltende Industrie- und Schwellenländer wie die USA, China oder Indien ebenfalls zu drastischen Emissionsreduktionen zu bewegen.

http://ec.europa.eu/dgs/clima/mission/index_en.htm

Literatur:O. Geden/S. Fischer: Die Energie- und Klimapolitik der Europäischen Union. Bestandsaufnahme und Perspektiven, Baden-Baden 2008.

Siehe auch:
Energiepolitik der EU
Kyoto-Protokoll
Umweltpolitik der EU

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: O. Geden

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