Kosovo (und EU)

Die EU wurde nach Ende des Kosovokrieges im Juni 1999 mit der Einrichtung einer Taskforce der EU-Kommission für den Wiederaufbau des Kosovo tätig, die Gelder für Nothilfeprojekte verwaltet. Das Mandat der EU im Kosovo leitet sich unmittelbar aus der UN-Sicherheitsratsresolution 1244 ab. Die Aufgabe der EU besteht darin, an der Ausarbeitung eines umfassenden Ansatzes für die wirtschaftliche Entwicklung und Stabilisierung der Region mitzuwirken. Daneben zählt die Heranführung des Kosovo an Europa zu den vorrangigen Aufgaben der EU. So wurde der »SAP Tracking Mechanism« eingerichtet und 2004 ein Verbindungsbüro der EU (Liaison Office) im Kosovo eröffnet. Nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung des Kosovo am 17.2.2008 hat mittlerweile die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten das Kosovo anerkannt. Am 4.2.2008 wurde durch den Europäischen Rat eine Rechtsstaatlichkeitsmission (EULEX Kosovo) beschlossen, die die Aufgaben der von den UN geführten UNMIK-Mission übernehmen soll, und zwar in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität, Verfolgung von Kriegsverbrechen und interethnische Gewalttaten sowie Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. An dieser zivilen Mission nehmen seitens der EU insgesamt rund 2.200 Experten teil.

Literatur:M.-J. Calic: Kosovo: der jüngste Staat in Europa, in: APuZ, H. 32/2008, S. 33-40.

Literatur:H. Kramer/V. Dzihic: Die Kosovo-Bilanz, Wien 2006.

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: A. Kammel

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