Paneuropa-Union

Die P. wurde 1925 durch den Österreicher Richard N. Coudenhove-Kalergi gegründet. Dieser hatte ein Buch mit dem Titel »Paneuropa« veröffentlicht und rief zur Gründung einer Organisation auf, die die Umsetzung seiner europ. Ideen fördern sollte. Ziel war die Vereinigung Europas bis hin zur Gründung der »Vereinigten Staaten von Europa«, um den Frieden in Europa dauerhaft zu bewahren sowie Europas Weltgeltung zu sichern. Nach anfänglichen Erfolgen mit Gründungen in ganz Europa und der Unterstützung durch führende Politiker kam es bald zu Konflikten innerhalb der P. sowie mit anderen Europaorganisationen. In Folge vertrat Coudenhove-Kalergi die P. seit Anfang der 1930er-Jahre mehr oder weniger allein. Daran änderte sich, trotz aller Bemühungen Coudenhove-Kalergis, bis zu seinem Tod im Jahre 1972 nichts. Danach übernahmen rechtskonservative Politiker, darunter Otto von Habsburg, die P. Sie gestalteten die Bewegung erfolgreich zu einer Europaorganisation um, die sich nicht zuletzt das im Ost-West-Konflikt »vergessene« Mitteleuropa zum Thema machte. Damit fand die P. v. a. in konservativen politischen Kreisen Anhänger. Sie ist bis heute eine der größten Europaorganisationen.

Literatur:V. Conze: Richard Coudenhove-Kalergi. Umstrittener Visionär Europas, Gleichen/Zürich 2004.

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: V. Conze

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln