Politische Union

Unter dem Begriff P. versteht man eine institutionalisierte Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten in politischen Fragen. Die Europäische Union (EU) begann als ein Projekt wirtschaftlicher Integration. Über eine engere Verzahnung der europ. Volkswirtschaften sollte in den 6 Gründerstaaten zunächst ein gemeinsamer Markt für Kohle und Stahl entstehen. Dieser sollte auf weitere Wirtschaftsbereiche ausgedehnt werden und damit gleichzeitig die politische Abstimmung der Mitglieder verstärken. Mit dem Begriff P. wurden von Anfang an aber ganz unterschiedliche Perspektiven und Leitbilder verbunden. In den Fouchet-Plänen war die P. noch als zwischenstaatliche Zusammenarbeit angelegt. Im Vertrag von Maastricht, dem eine Regierungskonferenz zur P. vorausgegangen war, wich diese Idee einer stärker föderal und supranational angelegten Zusammenarbeit. In Maastricht wurde die wirtschaftliche Integration um eine Zusammenarbeit in 2 zentralen politischen Bereichen, der Außen- und Sicherheitspolitik und der Innen- und Justizpolitik, erweitert. Die P. ist jedoch heute in vielen Bereichen noch nicht erreicht. Unter den Mitgliedern der EU ist auch zunehmend umstritten, ob diese anzustreben ist und wie weit sie gehen soll.

Literatur:W. Weidenfeld (Hg.): Maastricht in der Analyse. Strategien und Optionen für Europa, Gütersloh 1994.

Siehe auch:
Vertrag von Maastricht

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: A. Möller

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