Rapex (Schnellwarnsystem)

R. [engl.: Rapid Exchange of Information System] ist ein Informations- und Schnellwarnsystem, um Hinweise auf gefährliche Konsumgüter im europ. Binnenmarkt schnell zu verbreiten. Neben den EU-Mitgliedstaaten sind auch Liechtenstein, Norwegen und Island an R. beteiligt. Durch die 2001 eingeführte EU-Richtlinie zur Produktsicherheit wurde das R.-Netzwerk zum zentralen Bestandteil des europ. Verbraucherschutzes. Nationale Behörden (z. B. dt. Gewerbeaufsichtsämter) tauschen Informationen über gefährliche Güter, Produkte oder Rückrufaktionen untereinander aus (z. B. leicht brennende Toaster, bleihaltiges Kinderspielzeug aus China) und speisen ihre Erkenntnisse über Waren, die ein »ernstes Risiko« für die Verbraucher darstellen, in das von der EU-Kommission verwaltete R.-System ein. Die EU-Kommission prüft die von den nationalen Behörden eingereichten Warnhinweise auf ihre Übereinstimmung mit den R.-Richtlinien (»Validierung«), ehe sie die Informationen an alle Teilnehmer des R.-Netzwerkes weiterleitet. Neben der Richtlinie über allgemeine Produktsicherheit (2001) gibt es auch verschiedene branchenspezifische Richtlinien (z. B. Spielwaren, Kosmetika, Elektrogeräte). R. spielt auch eine immer wichtigere Rolle bei der internationalen Zusammenarbeit und Marktüberwachung; v. a. mit China und den USA verstärkt die EU seit 2007 die Kooperation. Im Jahr 2011 wurden insgesamt 1.803 Warnmeldungen verbreitet; dies entspricht einem Rückgang von 20 % gegenüber 2010.

http://ec.europa.eu/rapex

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: M. Große Hüttmann

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