Sonderbeauftragte der EU

Die EU verfügt im Rahmen ihrer Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) über 11 S. Diese unterstützen die Arbeit des Hohen Vertreters für die GASP, indem sie die Interessen der EU in verschiedenen Ländern und Regionen, die für die GASP von hervorgehobener Bedeutung sind, vertreten. So existiert je ein S. für Afghanistan, die afrik. Großen Seen, Bosnien-Herzegowina, Zentralasien, den Kosovo, Mazedonien, den Nahen Osten, Moldau, Sudan, den Kaukasus sowie die Afrikanische Union. Hauptaufgabe der S. ist es, das EU-Engagement für Frieden, Stabilität und Rechtstaatlichkeit in den jeweiligen Ländern und Regionen aktiv zu unterstützen. Dabei haben sich die vom Rat ernannten S. durch ihren Beitrag zu einer kohärenteren, wirksameren und sichtbareren EU-Außenpolitik bewährt. Als besonders effektiv erweisen sich v. a. die S., die eine Doppelfunktion einnehmen, wie z. B. der S. in Mazedonien, der gleichzeitig das Amt des Leiters der Kommissionsdelegation bekleidet. Letztendlich hängt der Einfluss eines S. jedoch maßgeblich von dessen Persönlichkeit und politischem Geschick ab.

Literatur:C. Adebahr: Reform durch Lernen? Die Rolle der Sonderbeauftragten in der Europäischen Außenpolitik, in: K. D. Wolf (Hg.), Staat und Gesellschaft – fähig zur Reform?, Baden-Baden 2007, S. 263-279.

Literatur:G. Grevi: Pioneering foreign policy: the EU Special Representatives, Chaillot Paper Nr. 106, EU Institute for Security Studies, Paris 2008 (Download über: www.iss-eu.org).

Siehe auch:
Hoher Vertreter für die GASP

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: A. Jonas

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