Sportpolitik der EU

Die europ. S. beschränkt sich auf jene Aufgaben und Funktionen des Sports, die für die europ. Integration relevant sind. Erst in den 1980er-Jahren wurde Sport in einen thematischen Zusammenhang mit der europ. Einigung gebracht (»Adonnino-Bericht« 1985; »Larive-Bericht« des Europäischen Parlaments 1988; Mitteilung der Kommission an den Rat 1991) und seine Rolle als Integrationsmittel, Kommunikationsmittel und Wirtschaftsfaktor betont. 1991 wurde das »Europäische Sportforum« auf Initiative der Europäischen Kommission gegründet, in dem sich staatliche und nichtstaatliche Akteure über die Sportpolitik der EU austauschen. Einige EuGH-Urteile, die Profisportler betrafen (Bosman-Urteil von 1995, Deliège und Lehtonen 2000, Kolpak 2003) erregten das Interesse seitens des Sports an der EU. Der 1997 vorgelegte »Pack-Bericht« des Europäischen Parlaments forderte, den Sport im europ. Vertragswerk zu berücksichtigen. 1998 richtete die Kommission eine »Sports Unit« in der Generaldirektion »Bildung und Kultur« ein. In den Vertragstexten von Amsterdam (1997) und Nizza (2000) wurde der Sport unverbindlich erwähnt. 2004 rief die EU das »Europäische Jahr der Erziehung durch Sport« aus, das die Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen und Sportorganisationen fördern sollte. 2007 wurde das »Weißbuch zum Sport« veröffentlicht. Es enthält Vorschläge, den Sport stärker als bisher in die Umsetzung der Gemeinschafts- und die EU-Förderpolitik einzubinden. Der Vertrag von Lissabon (2009) erwähnt die sozialen und pädagogischen Funktionen des Sports; eine Harmonisierung der nationalen Rechts- und Verwaltungsvorschriften ist damit aber nicht verbunden.

http://ec.europa.eu/sport/index_en.htm

http://www.eu-sports-office.org/de/

Literatur:B. Bogusz u. a. (Hg.): The Regulation of Sport in the European Union, Cheltenham 2007.

Literatur:B. García/S. Weatherill: Engaging with the EU in order to minimize its impact: sport and the negotiation of the Treaty of Lisbon, in: JEPP, H. 2/2012, S. 238-256.

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: A. Eppler

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln