TACIS

T. [engl.: Technical Aid to the Commonwealth of Independent States] war ein Hilfsprogramm der EU, das sich an die Staaten der ehem. Sowjetunion richtete. Bis 2003 wurde auch die Mongolei bei T.-Projekten beteiligt. Das 1991 aufgelegte Programm diente dem Ziel, den Übergang dieser Staaten zu Marktwirtschaft und Demokratie zu unterstützen. T. half bei Verwaltungsreformen, der Infrastrukturentwicklung, sozialen Fragen, Sicherheit der Kernenergie, Umweltschutz und Landwirtschaft. Der Umfang des Programms seit 1991 betrug in etwa 7,5 Mrd. €. Die Hilfeleistung bestand in nicht rückzuzahlenden Zuschüssen. Für die Abwicklung des Programms zeichnete die Generaldirektion Außenbeziehungen der EU-Kommission verantwortlich. Sie organisierte den generellen Aushandlungsprozess mit Partnerländern und erstellte Rahmenprojekte (sog. Indikativprojekte). Die technische Abwicklung der Einzelprojekte unterstand dem EuropeAid Co-operation Office. Die Kommission erstellte jährliche Fortschrittsberichte über die Projekte und die Effizienz des Programms. Seit 2007 ist TACIS im neuen sog. European Neighbourhood and Partnership Instrument (ENPI) aufgegangen. Die Programme sind komplett in die Europäische Nachbarschaftspolitik integriert.

Siehe auch:
Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP)
Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: J. Dieringer

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln