Transeuropäische Netze (TEN)

Unter dem Begriff T. wird die Integration der nationalen Verkehrs-, Energie- und Telekommunikationsnetze, der Ausbau von Schwachstellen und Knotenpunkten sowie die Verbindung mit Netzen der Anrainerstaaten zusammengefasst, was seit dem Vertrag von Maastricht (1992) einen wesentlichen Bereich der europ. Verkehrspolitik darstellt. Seit 2006 ist die Exekutivagentur für das Transeuropäische Verkehrsnetz (TEN-T EA), die der Generaldirektion Energie und Verkehr der Europäischen Kommission untersteht, mit der Finanzierung und Planung von T.-Maßnahmen betraut. Die Umsetzung der Maßnahmen obliegt nationalen und regionalen Behörden. Projekte in diesem Bereich werden auch im Rahmen anderer Politikfelder, etwa der Regional- und Strukturpolitik und der Europäischen Nachbarschaftspolitik, durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt größtenteils aus Mitteln der Mitgliedstaaten sowie in geringerem Maße aus Gemeinschaftsmitteln. Zudem werden Anreize zu sog. Public Private Partnerships gegeben, also zu Projekten, in denen privatwirtschaftliche Investoren und staatliche Stellen kooperieren. Der ursprüngliche Zeitrahmen zur Verwirklichung eines integrierten europ. Verkehrsnetzes war auf 2010 ausgerichtet. Jedoch war bis 2008 nur ein Drittel des geplanten Netzes fertiggestellt und ein Bruchteil der auf 600 Mrd. € veranschlagten Investitionen getätigt.

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: M. Backhaus

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