Van Rompuy, Hermann

[* 31.10.1947 in Etterbeek] Belgien. Studium der Philosophie (Bachelor) und Ökonomie (Master) in Leuwen.

Ab 1974 Stabstellen (Nationalbank, Regierungschef, Finanzminister), 1980–88 Leiter des Centrum voor Politieke, Economische en Sociale Studies. Lehraufträge (Antwerpen, Brüssel). Früh für flämische Christdemokraten (CD&V) aktiv und 1988–93 Parteichef. 1988–95 im Senat, 1995–2009 in der Abgeordnetenkammer. 1988 Staatssekretär; 1993–99 stv. Premier Belgiens und Budgetminister. 2007/08 Kammerpräsident. Ab Dez. 2008 in Staatskrise als geachteter Mittler Ministerpräsident.

Seit Nov. 2009 erster Präsident des Europäischen Rates (Vorbereitung/Leitung der Tagungen; internationale Vertretung). Trug zum Eurorettungspaket (2009) bei; koordiniert Aufbau eines Stabilisierungssystems für kriselnde Eurostaaten (Vorschläge wurden in der »Van Rompuy-Task Force« entwickelt); betont Schicksal der Eurozone für die Zukunft der EU. Kritisiert nationale Alleingänge und bejaht Öffnung zum Balkan.

Literatur:J. Howorth: The »New Faces« of Lisbon: Assessing the Performance of Catherine Ashton und Herman Van Rompuy on the Global Stage, in: European Foreign Affairs Review, H. 3/2011, S. 303-323.

Literatur:Munzinger-Archiv.

Siehe auch:
Präsident des Europäischen Rates

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: Chr. Stehle

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