Werner-Plan

1969 von den Staats- und Regierungschefs der EG-Mitgliedstaaten in Auftrag gegebener Bericht eines Ausschusses unter der Leitung des lux. Premierministers Pierre Werner. Der mit Experten aus allen Mitgliedstaaten besetzte Ausschuss legte im Oktober 1970 seinen Endbericht vor. Dieser definierte die Wirtschafts- und Währungsunion als unveränderliche Festlegung der Wechselkurse aller beteiligten Währungen im Verbund mit der Schaffung einer gemeinsamen Zentralbank (aber nicht notwendig mit der Ausgabe einer neuen Währung), verlangte ferner einen gleichzeitigen Fortschritt bei der wirtschaftspolitischen Einigung und schlug einen Dreistufenplan zur Währungsunion bis 1980 vor. Der Werner-Plan wurde nie in Vertragsform übernommen, sondern nur in einer Entschließung der Staats- und Regierungschefs sowie in mehreren Entscheidungen des Rates der EG verankert. Das Vorhaben blieb jedoch in den wirtschafts- und währungspolitischen Turbulenzen der 1970er-Jahre (Zusammenbruch des internationalen Währungssystems, Ölkrisen) auf der Strecke.

Literatur:W. Polster: Europäische Währungsintegration: Von der Zahlungsunion zur Währungsunion, Marburg 2002.

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: D. Wolf

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