Westerwelle, Guido

[* 27.12.1961] dt. Politiker (FDP) und Bundesaußenminister (seit 28.10.2009); Studium in Bonn (Jura), erstes und zweites Staatsexamen, Promotion (Dr. jur.), Rechtsanwalt in Bonn, seit 1980 Mitglied in der FDP, Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen (1983–88), Kreisvorsitzender der FDP Bonn (1993–2000), Generalsekretär der FDP (1994–2001), Bundesvorsitzender der Partei (2001–11); seit 1996 Mitglied des Deutschen Bundestages, von 2006–09 Vorsitzender der Bundestagsfraktion der FDP, Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland (2009–11).

Nach dem Rücktritt als Parteivorsitzender 2011 hat sich W. verstärkt – neben den anderen Themengebieten, die mit dem Amt als Außenminister zusammenhängen – der Europapolitik und Zukunftsfragen der EU-Integration gewidmet und hierbei wichtige Anstöße gegeben. W. initiierte eine sog. Zukunftsgruppe, in der Kollegen aus anderen EU-Staaten Pläne für die Zukunft der EU und Auswege aus der Staatsschulden- und Finanzkrise diskutierten; im September 2012 legte die Gruppe ihren Bericht, in dem weitreichende Vorschläge diskutiert wurden, vor. W. plädiert für eine Neuauflage einer EU-Verfassungsdebatte; dieser Vorschlag wird jedoch in Deutschland und in anderen EU-Staaten kritisch gesehen, gleichwohl steht er damit in der Tradition dt. Außenminister (z. B. Hans-Dietrich Genscher), die Grundsatz- und Zukunftsfragen der EU diskutieren, welche in der Tagespolitik und insbesondere in Zeiten der Eurokrisenpolitik zu kurz kommen.

Literatur:Abschlussbericht der Gruppe zur Zukunft Europas der Außenminister Belgiens, Dänemarks, Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Luxemburgs, der Niederlande, Österreichs, Polens, Portugals und Spaniens, 17.9.2012 (Download über: www.auswaertiges-amt.de).

Literatur:Munzinger-Archiv. Website des Auswärtigen Amtes.

Literatur:G. Westerwelle: Der Wert Europas: Vier Thesen zum Zukunftsprojekt Europas, in: integration, H. 2/2012, S. 90-93.

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: M. Große Hüttmann

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