Unterhändler/in

Ein Unterhändler ist eine Person, die Ansehen und Vertrauen genießt, verschweigen ist und sich auf schwierige Verhandlungen versteht. In der Geschäftswelt wird ein Unterhändler zum Beispiel dann tätig, wenn ein Unternehmen herausfinden möchte, ob ein anderes Unternehmen zur Zusammenarbeit bereit ist. Der Unterhändler muss dann Gespräche führen, Auskünfte erhalten und dabei möglichst unauffällig und diskret vorgehen,
Unterhändler werden auch tätig, wenn Regierungen verschiedener Staaten planen, Verhandlungen miteinander zu führen. Der Unterhändler soll dann herausfinden, was die andere Regierung erreichen möchte. Danach können die Staatschefs oder Minister/innen abschätzen, wo es Probleme bei den offiziellen Verhandlungen geben könnte. Das ist zum Beispiel wichtig, wenn nach einem Krieg ein Friedensvertrag abgeschlossen werden soll.
In der Europäischen Union muss vor offiziellen Verhandlungen zwischen den Mitgliedsstaaten zunächst herausgefunden werden, wie eine gemeinsame politische Linie aller EU-Staaten, zum Beispiel in Finanz- oder Sicherheitsfragen, aussehen könnte. Vor offiziellen Verhandlungen der Staatschefs erkunden das Unterhändler der verschiedenen Staaten. Das sind dann meist hohe Beamte aus den Ministerien.
Unterhändler werden oft auch nach einer Bundestags- oder Landtagswahl eingesetzt. Sie werden von ihren Parteien zu anderen Parteien geschickt und sollen in geheimen Gesprächen herausfinden, welche grundsätzlichen Chancen es gibt, um ein gemeinsames Regierungsprogramm aufzustellen.

Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2019.

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