Auferstehung

Der Gedanke der A. als Rückkehr des Menschen zu Gott ist eines der zentralen Elemente des islam. Glaubens und bildet das Komplement zur göttlichen Schöpfung (Sure 36:77 –­ 83). In der Mystik gelten Tod und Zeit im Grab als «kleinere A.». Der Tod bedeutet das Ende des irdischen Daseins (Sure 23:100), nicht aber das Ende der Persönlichkeit. Der Verstorbene besitzt vielmehr weiter eine Wahrnehmung und ist (durch Träume) in der Lage, mit den Lebenden zu kommunizieren. Unmittelbar nach der Beisetzung findet der Mensch sich in einer Zwischenwelt (barzakh). Hier wird er durch zwei Engel über die Grundlagen des Glaubens examiniert. Entsprechend erfährt er schon im Grab einen Vorgeschmack von Hölle bzw. Paradies. Nachdem am Jüngsten Tag alle Schöpfung vernichtet worden ist, werden die Toten durch einen Posaunenstoß auferweckt und zum Jüngsten Gericht versammelt (Sure 39:68). Die meisten Theologen verstanden die A. als körperlich, andere beharrten auf der metaphor. Auslegung. Die Mystik setzt die A. als gezwungene Rückkehr zu Gott einer freiwilligen Hinwendung im Leben entgegen.

Literatur:
Eklund, Ragnar: Life Between Death and Resurrection According to Islam. 1941.

Autor/Autorinnen:
Prof. Dr. Gottfried Hagen, University of Michigan, Turkish Studies

Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.

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