Arabische Schrift

, zunächst Träger der arab. Sprache, später auch anderer Literatursprachen (u. a. Persisch, Osmanisch) des islam. Raumes. Es handelt sich um eine linksläufige Konsonantenschrift mit 28 Buchstaben in der arab. Sprache, die für andere Sprachen z. T. erweitert und modifiziert wurde. Die a. S. gehört zum aramäischen Typus der nordsemit. Schriften. In der ältesten datierten arab. Inschrift von 512 liegen die Basisgrapheme bereits vor. Später erfolgten eine diakrit. Differenzierung, kalligraph. Weiterentwicklung und Systematisierung des Duktus (Kalligraphie). Schriftdiskussionen (Übernahme der Lateinschrift oder Modifizierung des arab. Alphabets) waren Bestandteil der Modernisierungskonzepte der islam. Welt im 19. und frühen 20. Jh. 1928 wurde in der Türkei das arab. durch das latein. Alphabet ersetzt. In den mittel- und zentralasiat. Sowjetrepubliken wurde die a. S. in den 1920 er Jahren durch die Lateinschrift, 1940 vom kyrill. Alphabet abgelöst. Die a. S. bleibt vorherrschend für die Sprachen des nordafrikan., nah- und mittelöstlichen Raumes (Arabisch, Persisch, Kurdisch im Irak und in Iran, Urdu, einige Berbersprachen Nordafrikas) und in Teilen Zentralasiens (Dari, Paschtu, Uigurisch).

Literatur:
Gründler, B.: The Development of the Arabic Scripts: From the Nabatean Era to the First Islamic Century, 1993. – Baldauf, I.: Schriftreform und Schriftwechsel bei den muslimischen Russland- und Sowjettürken (1850 – 1937), 1993. – Endress, G.: Die arabische Schrift, in Fischer, W. (Hg.): Grundriß der arabischen Philologie, 1982, 165 – 183. – Frings, A.: Sowjetische Schriftpolitik zwischen 1917 und 1941, 2007. – Lewis, G.: The Turkish Language Reform, 1999.

Autor/Autorinnen:
PD Dr. Roxane Haag-­Higuchi, Universität Bamberg, Iranistik

Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.

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