Abraham

(arab. Ibrāhīm oder al-­khalīl, «der Vertraute»), Stammvater Israels und Prophet, die nach Moses am zweithäufigsten im Koran erwähnte alttestamentliche Gestalt: Er erscheint als Prophet (Suren 57:26, 37:83 ff.) und als «erster Muslim», auf den sich Muḥammad bei seiner Polemik gegen die Juden beruft, weil A. nach islam. Verständnis als der «erste Monotheist» gilt; der Islam wird daher im Koran auch als «Glaubensgemeinschaft A.s» (Suren 3:67, 16:123) bezeichnet. A. diente Muḥammad als Beispiel für die Abkehr vom Polytheismus und den Exodus (Hijra-­Motiv). Nach islam. Überlieferung errichtete A. die Kaaba in Mekka; das (beabsichtigte) Opfer seines Sohnes Ismael (arab. Ismāʿīl) ist Vorbild für das Opferfest (arab. ʿīd al-­aḍḥā) während der Pilgerfahrt. Das Grab A.s wird bis heute in Hebron (arab. al-­khalīl) verehrt.

Literatur:
Firestone, R.: Journeys in Holy Lands. The Evolution of the Abraham-­Ishmael Legends in Islamic Exegesis, 1990. – Busse, H.: Art. «Abraham», The Encyclopaedia of Islam, THREE.

Autor/Autorinnen:
Prof. Dr. Marco Schöller, Universität Münster, Orientalistik

Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.

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