Friedhof

(arab. maqbara). Bei der Gestaltung islam. Friedhöfe gibt es regional große Unterschiede. Weder Koran noch Hadith-­Literatur machen dazu verbindliche Aussagen. Allen Friedhöfen ist gemeinsam, dass die Gräber nach Mekka ausgerichtet sind. In den meisten islam. Ländern gibt es Grabsteine, zum Teil sind sie dekoriert, meist aber eher schlicht. Da die islam. Glaubensgemeinschaft in Deutschland nicht als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt ist, gibt es hier keine islam. Friedhöfe; der 1798 eingerichtete «Türken-­F.» in Berlin, die älteste Begräbnisstätte für Muslime in Mitteleuropa, stellt eine Ausnahme dar. Die meisten Muslime lassen sich daher in ihrer Heimat beisetzen. Nur etwa 10 % werden auf meist separaten islam. Grabfeldern kommunaler Friedhöfe bestattet.

Literatur:
Bacqué-­Grammont, J.-L. (Hg.): Cimétières et traditions funéraires dans le monde islamique, 1996. – Holland, M. S.: Muslimische Bestattungsriten und deutsches Friedhofs- und Bestattungsrecht, 2015.

Autor/Autorinnen:
Dr. Friederike Stolleis, Berlin

Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.

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