Gebetsruf

(arab. adhān), Teil des muslim. Gebetsritus. In Siedlungen wird der G. zur Verkündung der Zeiten des obligator. Gebets von einem Muezzin (arab. muʾadhdhin, «Gebetsrufer») meist vom Minarett einer Moschee auf Arabisch vollzogen. Die Worte lauten bei den Sunniten: «Gott ist überaus groß. Ich bekenne, dass es keinen Gott gibt außer Gott. Ich bekenne, dass Muḥammad der Prophet Gottes ist. Kommt zum Gebet. Kommt zur Rettung. Gott ist überaus groß. Es gibt keinen Gott außer Gott.» Der schiit. G. enthält außerdem nach der Formel «Kommt zur Rettung» die Worte «Kommt zur besten Tat». Ein zweiter G. (arab. iqāma, «sich erheben») mit gleichem Wortlaut findet in der Moschee unmittelbar vor Beginn des Gebets statt. Betet ein Muslim entfernt von anderen Gläubigen, z. B. auf Reisen, so soll er individuell den G. vollziehen. (Geburt)

Autor/Autorinnen:
Prof. Dr. Ralf Elger, Universität Halle, Orientalistik

Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.

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