Henna

(arab. ḥinnāʾ), botan. lawsonia inermis; die Blätter des Hennastrauchs liefern einen orangeroten Farbstoff (schwarz durch die Zugabe von Indigo). Dieser wird bis heute als Textilfärbemittel, hauptsächlich aber als Kosmetikum verwendet, mit dem sich Frauen zu festlichen Anlässen Hände und Füße oder das Gesicht kunstvoll färben (Hochzeit). Außerdem dient H. Frauen wie Männern zum Färben der Haare, bei Männern – nach dem Vorbild des Propheten Muḥammad – auch der Bärte. Die Rolle des H. im rituellen Bereich verweist auf die ihm ursprünglich beigemessenen magischen Kräfte (z. B. Schutz vor dem Bösen Blick).

Literatur:
Kanafani, A. S.: Aesthetics and Ritual in the United Arab Emirates. The Anthropology of Food and Personal Adornment among Arabian Women, 1983.

Autor/Autorinnen:
Dr. Friederike Stolleis, Berlin

Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.

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