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Hijra

(arab. «Auswanderung»), die Übersiedlung Muḥammads von Mekka nach Medina im September 622. Das Aufgeben der Stammesbindungen war ein für die damaligen Verhältnisse Arabiens einschneidender Vorgang; die H. – oder vielmehr das Jahr, in dem Muḥammads H. stattfand – markiert deshalb den Beginn der islam. Zeitrechnung. Das Motiv der H. («Exodus») weist deutliche Parallelen zu Abrahams Fortgang aus Mesopotamien und Moses’ Zug aus Ägypten auf. Das Wort bezeichnet nicht nur Muḥammads Weggang aus Mekka, sondern auch die zweimalige Auswanderung seiner Anhänger nach Äthiopien. Heute wird der Begriff von manchen Fundamentalisten verwendet, um das Verlassen gesellschaftlicher oder staatlicher Ordnungen zu bezeich­nen.

Autor/Autorinnen:
Prof. Dr. Marco Schöller, Universität Münster, Orientalistik

Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.

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