Kunst

Abgesehen von der Dichtkunst spielen die Kalligraphie und die Architektur in der islam. Welt eine wichtige Rolle. Malerei bzw. Buchmalerei sind demgegenüber kaum von Bedeutung. Überliefert sind Traktate über die einzelnen Kunstsparten und über die berühmtesten Künstler. Von den Herrschern gefördert wurde die Kalligraphie (für die Abschrift von Koranexemplaren und für Bauinschriften). Die Architektur muss als Ausdruck des Machtstrebens der einzelnen Herrscher und der Dynastien gewertet werden, wobei Bauinschriften die Größe des Auftraggebers vor Augen führen sollen. Über das Verhältnis von Macht und K. hat bereits Ibn Khaldūn im 14. Jh. geschrieben, dass sich die K. proportional zur Macht des Herrschers verhält. Ästhet. Fragen behandelten eher Dichter und Philosophen, etwa die «Lauteren Brüder» von Basra im 10. Jh. Eigene Theorien zur K. wurden nicht entwickelt, es existieren aber, abgesehen von Urteilen über die Schönheit von Kunstwerken und Kunstgattungen, zahlreiche Abhandlungen zu Kunsttechniken und Künstlern.

Literatur:
Behrens-­Abouseif, D.: Schönheit in der Arabischen Kultur, 1998. – Brend, B.: Islamic Art, 1991. – Hillenbrand, R.: Islamic Art and Architecture, 1999. – Irwin, R.: Islamische Kunst, 1997. – Korn, L.: Geschichte der islamischen Kunst, 2008.

Autor/Autorinnen:
Prof. Dr. Barbara Finster, Universität Bamberg, Islamische Kunst und Archäologie

Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.

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