Konversion

allgemein der Übertritt von einer Religion zu einer anderen. Meist besteht der Konversionsakt zum Islam darin, das Glaubensbekenntnis vor muslim. Zeugen auszusprechen und einen islam. Personennamen anzunehmen; aus Hans Müller wird z. B. Muḥammad Müller. Oft wird die K. von Behörden islam. Länder offiziell beurkundet. In der Zeit der Ausbreitung des Islams konvertierten Bewohner der eroberten Länder massenhaft, zum Teil, um der Steuer für Nichtmuslime zu entgehen. Fast alle islam. Gelehrte schreiben die K. von Männern vor, die eine Muslimin heiraten wollen. Umgekehrt gilt das nicht. Über die Zahl der Konvertiten in Deutschland liegen nur Schätzungen vor (2013: 13 000–100 000). K. von Muslimen zu anderen Religionen kommt zwar vor, wird aber von den Gelehrten im Allgemeinen als Apos­tasie beurteilt und kann mit dem Tode bestraft werden.

Literatur:
Käsehage, N.: Konversion zum Islam innerhalb Deutschlands – Unter besonderer Berücksichtigung verfassungsrechtlicher Fragen, 2016.

Autor/Autorinnen:
Prof. Dr. Ralf Elger, Universität Halle, Orientalistik

Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.

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