Personennamen

werden bei der Geburt verliehen und entsprechen in etwa europäischen Vornamen. Aufgrund der zentralen Stellung des Arabischen als Kultsprache sind islam. P. meist arab. Ursprungs. Bei der Konversion zum Islam wird ebenfalls ein arab. Name angenommen. Nichtarab. muslim. Völker verwenden oft einheim. und arab. P. nebeneinander. Ein vollständiger arab. Name konnte früher aus fünf Teilen bestehen. In der Neuzeit sind derartig komplizierte Namen aufgegeben worden, und es wird meist nur noch zwischen Familien- und Vornamen unterschieden. Daneben wird der Ehrenname (arab. kunya), eine Zusammensetzung von Abū «Vater von» bzw. Umm «Mutter von» verbunden mit dem Namen des ersten Sohnes, volkstümlich anstelle des Vornamens gebraucht. Als Vornamen sind Namen bedeutender Persönlichkeiten der islam. Geschichte wie Muḥammad, ʿAlī, Ḥusain, Aischa oder Fāṭima beliebt. Andere P. sind mit «Allāh» oder anderen Namen Gottes zusammengesetzt, z. B. ʿAbd Allāh «Diener Gottes» oder ʿAbd ar-­Raḥmān «Diener des Barmherzigen» (Gottesnamen), oder auch mit dīn «Religion» wie Jamāl ad-­Dīn «Schönheit der Religion». Manche arab. P. wurden in den entlehnenden Sprachen umgeformt, so wird etwa Muḥammad im Türkischen zu Mehmed.

Literatur:
: Schimmel, A.: Von Ali bis Zahra. Namen und Namengebung in der islamischen Welt, 1989. – Dies.: Herr Demirci heißt einfach «Schmidt». Türkische Namen und ihre Bedeutung, 1992.

Autor/Autorinnen:
Dr. Friederike Stolleis, Berlin

Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln