Sure

(arab. sūra, pl. suwar), ein Kapitel des Korans. Jede der 114 S. kann als in sich abgeschlossen verstanden werden, obwohl ein Thema oft in mehreren S. erscheint. Eine S. ist in Verse (arab. āyāt, «Wunderzeichen») unterteilt. Die Länge der einzelnen S. ist unterschiedlich: die längste weist 286 Verse auf, die kürzeste nur drei. Als Surennamen dienen Schlüsselwörter, die dem Text einer S. entnommen sind; zum Teil sind verschiedene Surennamen in Gebrauch. Mit Ausnahme von Sure 9 beginnen die S. mit der Basmala; manchmal folgen auf die Basmala drei oder mehr arab. Buchstaben (z. B. «’-l-­m», alif lām mīm), deren Bedeutung ungeklärt ist. Die S. werden, je nach Zeitpunkt ihrer Offenbarung, in mekkan. und medinens. S. unterschieden; die westliche Orientalistik ordnet die mekkan. S. aufgrund von Stil und Inhalt drei getrennten Perioden zu; eine exakte Chronologie aber ist unmöglich.

Autor/Autorinnen:
Prof. Dr. Marco Schöller, Universität Münster, Orientalistik

Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.

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