Fātiḥa al-

(arab. «die Eröffnende»), die erste Sure des Korans. Der Text lautet: «1. Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes. 2. Lob sei Gott, dem Herrn der Welten, 3. dem Barmherzigen und Gnädigen, 4. der am Tag des Gerichts regiert! 5. Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe. 6. Führe uns den geraden Weg, 7. den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht (den Weg) derer, die D(ein)em Zorn verfallen sind und irregehen!» Die F. spricht als eine Art Exposition zentrale Themen des Korans an: Darunter ist die Charakterisierung Gottes als Herr der Welt und Richter im Jüngsten Gericht. Der Mensch bittet Gott um Rechtleitung. In Vers 7 ist die für den ganzen Koran typische Dichotomie zwischen den Rechthandelnden, den Muslimen, und den Nichtmuslimen angesprochen. Obwohl der Koran allgemein als Wort Gottes gilt, stellt die F. ein Gebet des Menschen an Gott dar. Die F. wird von Muslimen in vielen Situationen, etwa bei der Geburt eines Kindes oder am Grab eines Verstorbenen gebetet.

Autor/Autorinnen:
Prof. Dr. Ralf Elger, Universität Halle, Orientalistik

Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.

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