Energiepolitik


Energiepolitik. Der Primärenergieverbrauch nach Energieträgern in Deutschland

Teil der allgemeinen Wirtschaftspolitik; beinhaltet die Maßnahmen, mit denen der Umfang des Energiebedarfs und die Art und Weise der Energieversorgung beeinflusst werden sollen. Eine gesicherte Energieversorgung hat für eine moderne, industriell produzierende Volkswirtschaft, vor allem unter Berücksichtigung der Begrenztheit des Angebots von Energieträgern wie Erdöl, Erdgas, Stein- und Braunkohle, eine entscheidende Bedeutung. Dieser Zusammenhang erfordert einerseits den möglichst wirtschaftlichen Einsatz der Energieträger, gleichzeitig aber auch deren umweltschonende Nutzung. Als Ziel staatlicher Energiepolitik wird somit eine möglichst sichere, preiswerte Energieversorgung der Volkswirtschaft durch die günstigste Nutzung der Energieträger bei bestmöglichem Schutz der Umwelt angesehen.

Die Energiepolitik in der Bundesrepublik Deutschland war bis zur Erdölkrise 1973, die durch Preiserhöhungen der Erdölförderländer (OPEC-Staaten) ausgelöst wurde, hauptsächlich auf Erdöl als Rohstoff ausgerichtet. Der Erdölpreisschock wurde zum Anlass genommen, den Anteil von Erdöl als Primärenergieträger zu verringern. Des Weiteren wurde verstärkt die Nutzung anderer Energieträger wie der politisch umstrittenen Kernenergie vorangetrieben. Durch staatliche Förderung wird die Nutzung von Sonnen- oder Windenergie (erneuerbare Energien) verbessert. Im Rahmen der Energiepolitik werden auch Maßnahmen ergriffen, die v. a. auf der Verbraucherseite zu einem sparsameren Umgang mit Energie führen sollen (Energiesparen). Dazu gehörten z. B. häufige Erhöhungen der Mineralölsteuer, die Wärmeschutzverordnung, die Heizungsanlagenverordnung, die Energieeinsparverordnung oder die Einführung der Ökosteuer. Eine Neuausrichtung der Energiepolitik fand 2011 unter dem Schlagwort Energiewende (siehe dort) statt.

Seit der Auflösung der Absatzmonopole auf dem deutschen Strommarkt im Jahr 1999 müssen die Energieversorgungsunternehmen Wettbewerbspreise kalkulieren. Die positiven Folgen der Wettbewerbsbedingungen waren Preissenkungen bei Industriestrom und bei Haushaltsstrom auf dem deutschen Strommarkt. Eine solche Entwicklung wird in Zukunft für den gesamten europäischen Strom- bzw. Energiemarkt erwartet. Da die Energiemärkte etwa für Strom und Erdgas von wenigen Anbietern dominiert werden, kommt es aus verbraucherpolitischer Sicht trotz der Vereinfachung beim Anbieterwechsel immer wieder zu Auseinandersetzungen über ungerechtfertigte Preiserhöhungen.

Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.

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