politische Ökonomie

nach moderner Begriffsbestimmung die Bezeichnung für einen volkswirtschaftlichen Ansatz, dem zufolge das wirtschaftliche und politische System aufgrund von wechselseitigen Abhängigkeiten nicht getrennt voneinander betrachtet und untersucht werden kann. Ansatzpunkt dabei ist der Gedanke, dass wirtschaftliches Handeln einerseits Auswirkungen auf die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse hat und dass die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse umgekehrt die Wirtschaft eines Landes beeinflussen. Gegenstand der politischen Ökonomie ist damit die Untersuchung der Wechselbeziehungen zwischen Wirtschaft und Gesellschaftssystem.

Im Merkantilismus (siehe dort) steht der Begriff politische Ökonomie für eine wirtschaftliche Grundhaltung, die auf Machtvergrößerung des Staates und die Vermehrung des nationalen Reichtums gerichtet ist. Im Sinne des Marxismus (siehe dort) diente die politische Ökonomie dem Erklärungsversuch, dass der Kapitalismus mit seinen Gesetzmäßigkeiten kein Wirtschafts- bzw. Gesellschaftssystem von Dauer ist und durch die sozialistische Gesellschaftsordnung abgelöst wird.

Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.

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