Spekulant

André Kostolany

Spekulant.

Der Börsenguru wurde 1906 in Budapest geboren. Kostolany wollte Kunstkritiker werden und studierte in Paris Philosophie und Kunstgeschichte. Seine Karriere als Spekulant begann in den 1920er-Jahren an der Pariser Börse. Während des Zweiten Weltkrieges fand Kostolany in den USA Zuflucht. Dort gelang ihm Ende der 1950er-Jahre auch der Durchbruch als Autor. Es folgten Vorträge, Seminare und Kolumnen sowie eine Reihe von Bestsellern mit scharfsichtigen und scharfzüngigen Einblicken in die Welt der Wirtschaft und des Investments. Der Ungar Kostolany hatte einen amerikanischen Pass und wohnte in Paris, München und an der Côte d'Azur. Fragte man den charmanten Börsenprofi nach seinem Beruf, so nannte er sich selbstbewusst und ohne Hemmungen Spekulant. Bei ihm war Spekulantentum jedoch nicht versehen mit dem Makel des raschen Geldraffers oder Vabanquespielers, sondern mit dem des gebildeten, vorsichtigen Abenteurers. Kostolany antwortete auf die Frage nach Erfolg: »Ich habe mit meinen Börsengeschäften zu 49 % falsch gelegen und zu 51 % richtig. Die 2 % Unterschied waren mein Erfolg.« Kosto, wie er von den Anlegern liebevoll genannt wurde, starb 1999.
ein Anlegertyp (siehe dort), der auf kurze Sicht an der Börse Wertpapiere und besondere Spekulationspapiere wie Optionen und Futures kauft, um sie nach der erwarteten Kurssteigerung wieder zu verkaufen. Insofern ist der Spekulant das Gegenteil eines langfristig orientierten Investors. Da Spekulanten nichts produzieren, gilt ihre Tätigkeit vielfach als unproduktiv. Der Begriff hat wie die Spekulation (siehe dort) ein negatives Image.

Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.

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