Staat


Staat. Staatsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsprodukts im internationalen Vergleich

die Summe aus öffentlicher Verwaltung und politischer Führung in Bund, Ländern und Gemeinden, die auch für die öffentlichen Ausgaben (Staatsausgaben), öffentlichen Einnahmen (Staatseinnahmen) und öffentlichen Schulden (Staatsschulden) zuständig ist.

Um den Umfang der staatlichen Aktivität im Rahmen der Gesamtwirtschaft (Staatsanteil) zu messen, werden Kennzahlen berechnet. So misst etwa die Staatsausgabenquote (Staatsquote) das Verhältnis der gesamten öffentlichen Ausgaben (Gebietskörperschaften und Sozialversicherung) zu einer Sozialproduktgröße (meist das Bruttoinlandsprodukt). Sie ist zwischen 1991 und 2015 von 46,1 % auf 43,9 % gesunken, lag 1992-99, 2002/2003 und 2009/2010 über 47 % (Höchstwert 1995: 54,7 %). Seit 2011 werden wieder Werte unter 45 % ausgewiesen. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland (2015) unter dem Durchschnitt der EU-Staaten (47,4 ), aber über den Werten von Japan (42,3 %) und den USA (37,5 %).

Bei ihrer Beurteilung und bei internationalen Vergleichen sind eine Reihe von Einschränkungen der Aussagekraft zu berücksichtigen. So misst die Staatsquote lediglich die ausgabenwirksame Staatstätigkeit, nicht aber die staatlichen Maßnahmen durch Setzung von Normen, Auflagen, Geboten und Verboten (z. B. Umweltpolitik). Auch können für bestimmte Ziele der Wirtschaftspolitik als Instrumente alternativ Ausgaben oder der Verzicht auf Steuereinnahmen (Steuervergünstigungen) eingesetzt werden (z. B. Wohnungsbauförderung, Kindergeld und Kinderfreibeträge).

Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.

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