Treuepflicht

im Arbeitsrecht die sich aus dem Arbeitsverhältnis ergebende, der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers entsprechende Pflicht des Arbeitnehmers zu einem bestimmten Verhalten. Während früher die dogmatische Begründung für die Treuepflicht im Charakter des Arbeitsverhältnisses als eines personenrechtlichen Gemeinschaftsverhältnisses gesucht wurde, wird Treuepflicht heute zumeist als Oberbegriff für alle schuldrechtlichen Nebenpflichten des Arbeitnehmers interpretiert. Die Treuepflicht begründet bestimmte Unterlassungs-, Rücksichts- und Verhaltenspflichten, v. a. Schweigepflichten in Bezug auf Betriebsgeheimnisse und konkrete betriebliche Vorgänge, sowie die Verpflichtung, den Ruf des Arbeitgebers bzw. des Unternehmens nicht zu untergraben, Wettbewerbsverbote zu beachten u. a.

Im Beamtenrecht ist die Treuepflicht als beiderseitige Rechtspflicht anerkannt und Folge des als öffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverhältnis ausgestalteten Beamtenverhältnisses (Beamte); sie äußert sich z. B. im Streikverbot.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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