Deutschland in Daten



Umwelt, Klima und Natur

Während des Ersten Weltkriegs nutzte die deutsche Armee Wetterballons, um metereologische Daten zu sammeln. (© picture-alliance/akg)


Paul Erker



Statistische Daten zur historischen Entwicklung von Klima, Umwelt und Natur wurden vereinzelt schon im 18. Jahrhundert gesammelt, als systematische Erhebungen oder Rückberechnungen liegen sie erst in jüngster Zeit vor. Die Umwelthistoriker stehen vielfach noch am Anfang, dieses Datenmaterial auszuwerten und für ihre Forschungen zu verwenden. Die große Ära der Umweltstatistik und die damit mögliche Erforschung umweltrelevanter Indikatoren in historischer Perspektive hat erst begonnen.

Die historische Forschung speist sich aus den gegenwärtigen Problemen, das zeigt sich wie kaum sonst im Bereich der Umweltgeschichte. Befinden wir uns in einem ökologischen Zeitalter? Bedrohen Umweltkrisen und Umweltmigration in globaler Dimension unsere ökonomische, gesellschaftliche und politische Stabilität? Wie kann die Gesellschaft den großen Übergang zur Nachhaltigkeit in der Industrieproduktion wie im Konsum bewältigen? Die historische Rekonstruktion der jeweiligen Umweltbedingungen und deren Veränderungen, in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend durch Einflussnahme des Menschen verursacht, sind dabei vergleichsweise spät in den Fokus der Geschichtswissenschaft gerückt. Dabei entwickelten sich verschiedene Herangehensweisen, sei es als Geschichte der Nutzung und Überformung der natürlichen Umwelt und ihrer Ressourcen, als Untersuchung der Natur als historischem Akteur und kultureller Herausforderung oder als Analyse der Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Natur. Lange Zeit war in der Umweltgeschichte ein "declensionist narrative" vorherrschend, das heißt, sie wurde als eine Geschichte der Zerstörung, Ausbeutung und Verschmutzung sowie als Konfliktgeschichte oder Geschichte der industriell bedingten Umweltkatastrophen erzählt und erforscht. Aber das ist nur eine Seite der Medaille.

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