zurück 
28.1.2016

Datengrundlage

Statistiken zur politischen Partizipation in Deutschland fundieren auf offiziellen Statistiken oder auf Erhebungen früherer wissenschaftlicher Arbeiten.

Eine historische Analyse ausgewählter Aspekte politischer Partizipation, die einen Fokus auf den Anteil der Wahlberechtigten an der Bevölkerung, den Anteil der Wählenden an allen Wahlberechtigten und schließlich den Anteil zentraler parteipolitischer Akteure an den gültigen abgegeben Stimmen bei Wahlen auf nationaler Ebene hat, muss sich auf die offizielle Statistik einerseits, aber auch auf frühere wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Themengebiet, die bereits Daten erhoben haben, stützen.

Für die Zeitperiode seit 2001 wurden Daten des Statistischen Bundesamtes, die auch online unter www.destatis.de zur Verfügung stehen, verwendet. Über die Anzahl der Wahlberechtigten, die Anzahl der Bürgerinnen und Bürger, die an einer Reichstags- oder Bundestagswahl teilgenommen haben, sowie über die Stimmenzahlen und -anteile der jeweils bei Wahlen antretenden Parteien gibt – für das Deutsche Kaiserreich von 1871 bis 1918 – die Studie von Gerhard A. Ritter und Merith Niehuss [1] Aufschluss. Hingegen haben Falter, Lindenberger und Schumann[2] Pionierarbeit zu den Wahlen und Wahlergebnissen bei den Wahlen der Weimarer Republik von 1919 bis 1933 geleistet.

Für die Epoche seit dem Bestehen der Bundesrepublik Deutschland sind detaillierte Informationen zu zentralen Kenngrößen der politischen Partizipation über den Bundeswahlleiter (www.bundeswahlleiter.de) erhältlich. Zudem sind – im Archiv der GESIS – zahlreiche Wahlstudien und Umfragedaten verfügbar, die eine detaillierte, die Individualebene berücksichtigende Perspektive zulassen, sodass die Ursachen und Hintergründe politischer Partizipation tiefgreifender erforscht werden können.

Ich bedanke mich bei Torben Schütz für die hilfreiche Unterstützung bei der Zusammenstellung und Auswertung der Daten.


Zum Weiterlesen empfohlen

Daniele Caramani: Elections in Western Europe since 1815: Electoral Results by Constituencies, Houndmills 2000.

Jan van Deth (Hrsg.): Deutschland in Europa, Wiesbaden 2004.

Jürgen W. Falter: Hitlers Wähler, München 1991.

Silke Keil / S. Isabell Thaidigsmann (Hrsg.): Zivile Bürgergesellschaft und Demokratie: Aktuelle Ergebnisse der empirischen Politikforschung, Wiesbaden 2013.

Peter Lösche: Kleine Geschichte der deutschen Parteien, Stuttgart 1994.

Oskar Niedermayer (Hrsg.): Handbuch Parteienforschung, Wiesbaden 2013.

Hans Rattinger u.a.: Zwischen Langeweile und Extremen: Die Bundestagswahl 2009, Baden-Baden 2011.

Karl Rohe: Wahlen und Wählertraditionen in Deutschland, Frankfurt am Main 1992.

Rüdiger Schmitt-Beck (Hrsg.): Wählen in Deutschland (Sonderheft 45 der Politischen Vierteljahresschrift), Baden-Baden 2012.

Rüdiger Schmitt-Beck u.a.: Zwischen Fragmentierung und Konzentration: Die Bundestagswahl 2013, Baden-Baden 2014.

Bernhard Weßels u.a. (Hrsg.): Voters on the Move or on the Run? Oxford 2014.
Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.

Fußnoten

1.
Jürgen Sensch: histat-Datenkompilation online: Geschichte der deutschen Bevölkerung seit 1815, Köln 2004. (GESIS ZA8171 Datenfile Version 1.0.0.)
2.
Gerhard A. Ritter (unter Mitarbeit von Merith Niehuss): Wahlgeschichtliches Arbeitsbuch. Materialien zur Statistik des Kaiserreichs 1871–1918, München 1980 (GESIS ZA8348 Datenfile Version 1.0.0.).

Marc Debus

Marc Debus

Prof. Dr., Fakultät für Sozialwissenschaften, Universität Mannheim - Politische Partizipation


Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln