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28.1.2016

Fazit

In der langen Frist hat sich ökonomische Entwicklung immer im Spannungsfeld von Expansion und Kontraktion vollzogen. Aktuell scheint die Kontraktionstendenz zu überwiegen.

Die Betrachtung der Reihen der VGR zeigten eine langfristige Prosperität von einmaliger Dimension, in deren Verlauf der materielle Wohlstand in Deutschland in einem Ausmaß zugenommen hat, wie es noch im 19. Jahrhundert und auch noch in der Mitte des vorherigen Jahrhunderts niemand für möglich gehalten hätte. Insbesondere die Zeit nach 1950 hat hier eine historisch beispiellose Dynamik aufzuweisen. Deutschland hat sich in kurzer Zeit aus den Ruinen des Zweiten Weltkrieges zu einer modernen Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft entwickelt. Allerdings zeigt die langfristige Betrachtung auch, dass diese Entwicklung von vielen Faktoren abhängt und keinesfalls einem, wie auch immer gearteten, Automatismus folgt. Spätestens seit den 1990er Jahren ist ein geringes gesamtwirtschaftliches Wachstum festzustellen, und auch das Wachstum des Dienstleistungsbereichs hat merklich nachgelassen. Bedenklich ist, dass die Investitionen in ihrer Bedeutung seit Jahrzehnten zurückgehen. So kann man abschließend feststellen, dass sich die langfristige ökonomische Entwicklung immer im Spannungsfeld von Expansion und Kontraktion vollzogen hat, wobei sich in den vergangenen gut 160 Jahren die Expansionstendenzen immer wieder durchgesetzt haben, gegenwärtig aber die Kontraktionstendenzen zu überwiegen scheinen.
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Rainer Metz

Rainer Metz

Prof. Dr., Leiter des Arbeitsbereichs Datenservice Historische Studien bei GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften in Köln und Titularprofessor an der Universität St. Gallen - Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen / Preise


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