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16.6.2014

Interaktiver Webtalk: Über den rechten Flügel – Neonazis und Fußball

Neonazis und Diskriminierung im Stadion: Am 26. Juni sprachen Schülerinnen und Schüler in einem interaktiven Talk mit Sportjournalist Ronny Blaschke und mit Gerd Wagner von der Koordinationsstelle Fanprojekte, die sich beide aktiv gegen Rassismus im Fußball einsetzen. Die Videoaufzeichnung des Talks findet ihr hier.

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Webtalk über den rechten Flügel – Neonazis und Fußball

Moderation: Hadija Haruna (HH)
In vielen Fußballstadien und -vereinen werden rassistische, homophobe und antisemitische Einstellungen offen zur Schau gestellt. Während im Profifußball Neonazis eher auf den Tribünen und in den Stadionkurven unterwegs sind, stehen Amateurvereine vermehrt vor dem Problem, dass sich Anhänger von Organisationen der extremen Rechten unter ihren Mitgliedern befinden oder dass sich rassistische Vorurteile ihrer Mitglieder im Vereinsalltag entladen. Aus Angst vor einem Imageschaden ignorieren Vereine und Verbände das Problem häufig oder greifen zu spät ein. Aber wie lassen sich Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Sexismus und Rechtsextremismus im Fußball überhaupt sinnvoll und nachhaltig bekämpfen? Welche Akteure stehen in der Verantwortung zu handeln?

Hier auf bpb.de/FussballWebtalk gab's am 26. Juni unseren Webtalk zum Thema Fußball und Rechtsextremismus. Der Sportjournalist Ronny Blaschke und Gerd Wagner von der Koordinationsstelle Fanprojekte diskutierten live im Web mit Moderatorin Hadija Haruna und Schülerinnen und Schülern der Voltaire-Gesamtschule Potsdam, wie und wo sich Neonazis im Fußball zeigen und wie unsere Gesellschaft ihnen am besten entgegentreten kann. Eure Fragen konntet ihr in der Sendung oder auch vorab per Twitter (#wirgegenrex) und Mail (wirgegenrex@bpb.de) stellen.

Über diese drei Fragen und viele mehr haben wir gesprochen:
Umfrage
Sollte man Fußball und Politik trennen?





Umfrage
Sollten rechte Fans Stadionverbot bekommen?





Umfrage
Habt ihr im Sportverein schon Neonazis getroffen oder Menschen, die rechtes Gedankengut äußern?







Für weitere Informationen könnt ihr euch zum Beispiel in unserem Dossier-Schwerpunkt umschauen, den unten auf dieser Seite eingebetteten Film ansehen und diesen Text von Gunter A. Pilz lesen. Herr Pilz ist Beauftragter des Deutschen Fußball-Bundes für Gesellschaftliche Verantwortung und Leiter der Kompetenzgruppe "Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit" (KoFaS) am Institut für Sportwissenschaft der Leibniz Universität Hannover. Auch in unserem neuen Bundesliga-Dossier gibt es interessante Texte zum Thema: Zum Beispiel Rechte Szene und Gegenwehr und Fußball als Diskriminierungsagent.

Ronny Blaschke

Ronny Blaschke. (© Reinaldo Coddou H.)

Ronny Blaschke hat Sport- und Politikwissenschaften studiert und arbeitet als freier Journalist in Berlin. Er schreibt über die politischen Hintergründe des Sports, eines seiner Hauptthemen ist das Phänomen Rechtsextremismus im Fußball. Seine Texte wurden u.a. in der Süddeutschen Zeitung, der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau veröffentlicht. Für einen Artikel über die Unterwanderung des 1. FC Lokomotive durch Neonazis, der in der ZEIT erschien, wurde Ronny Blaschke 2009 vom Medium Magazin als Sportredakteur des Jahres ausgezeichnet. Er hat mehrere Bücher verfasst, darunter "Im Schatten des Spiels. Rassismus und Randale im Fußball" (Werkstatt, 2007) und "Angriff von Rechtsaußen. Wie Neonazis den Fußball missbrauchen." (Werkstatt, 2011)



Gerd Wagner

Gerd Wagner. (© Gerd Wagner)

Gerd Wagner ist Sport- und Politikwissenschaftler. Zwischen 2007 und 2009 entwickelte und leitete er das Modellprojekt "am Ball bleiben – Fußball gegen Rassismus und Diskriminierung". Seit 2010 arbeitet er für die Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) bei der Deutschen Sportjugend. Unter anderem während der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine war er für die KOS als "Fanbotschafter" unterwegs. Gerd Wagner ist Mitglied der DFB-Arbeitsgruppe "Für Toleranz und Anerkennung gegen Rassismus und Diskriminierung" und Jurymitglied des Julius-Hirsch-Preises des DFB.



Hadija Haruna

Hadija Haruna. (© Hadija Haruna. Fotografin: Bettina Volke)

Hadija Haruna ist Diplom-Politologin sowie Redakteurin und Autorin für den Hessischen Rundfunk, das Magazin "fluter" der bpb, den Tagesspiegel, die ZEIT und andere. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Jugend und Soziales, Migration und Rassismus. Sie hat für bpb.de bereits die Webtalks zu Autonomen Nationalisten und NPD-Verbot moderiert.







"Es hat angefangen mit Ansagen, Pöbeleien und ist dann immer weiter gegangen"



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Rechtsextremismus und Diskriminierung im deutschen Fußball

In den 2000er Jahren war offen zur Schau gestellter Rechtsextremismus in den deutschen Profistadien rückläufig. Zum einen waren Ultras auf den Plan getreten und hatten rassistische Schmähgesänge verdrängt, zum anderen fand er sich in den Amateurligen wieder. Doch unterliegt diese Entwicklung jüngst einer Kehrtwende.

Vielerorts sind offene Konflikte zwischen antidiskriminierenden Fans und Ultras einerseits und Anhängern „alter Werte" andererseits ausgebrochen. Diese bestehen aus einer Melange von Rechtsextremen, rechtsaffinen Alt- und Junghooligans sowie rechtsoffenen Ultras. Sie versuchen antidiskriminierende Äußerungen im Stadion sowie in der Fanszene aktiv zu bedrohen und zu verhindern. Traditionelle Männlichkeit, körperliche Härte und territoriale Dominanz stellen zentrale Eckpfeiler ihres Wertekanons dar.

Auf der anderen Seite stehen Fans und Ultras, die sich für eine diskriminierungsfreie Fankurve einsetzen -- ohne Homophobie, Rassismus oder Sexismus, ohne das Recht der stärkeren Faust. Doch sie stehen unter konstanten gewalttätigen Angriffen. So verkündeten die Aachener Ultras (ACU) 2013 ihren Rückzug aus dem Stadion, da sie nicht mehr die Sicherheit ihrer Aktiven vor rechtsextremen Übergriffen gewähren konnten. In Braunschweig wurden die Ultras Braunschweig (UB) nach mehreren Konflikten mit lokalen Rechtsextremen vom Verein mit einem Auftrittsverbot für die Gruppe belegt und in Duisburg waren die antirassistisch engagierten Ultras der „Kohorte Duisburg" Ziel eines Angriffes einer Hooligangruppierung mit Überschneidungen zu den Autonomen Nationalisten. In mehr als 20 Städten schwelt dieser Konflikt.

Diese Auseinandersetzung um die Stimmungen und Haltungen in den Fankurven betrifft Stadien über die gesamte Bundesrepublik verteilt. Um das Thema von vielseitig zu beleuchten, kommen in dem Videobeitrag unterschiedliche Personen -- Fans, Fanbetreuer, Journalisten und Wissenschaftler -- zu Wort und stellen ihre Sicht der Dinge dar:

David, Mitglied der Aachen Ultras, die sich für eine diskriminierungsfreie Fankurve engagierten und 2013 aufgrund gewalttätiger Bedrohungen ihren "Rückzug" aus dem Stadion verkündeten.

Ronny Blaschke, freier Autor und Journalist, schreibt u.a. für die Süddeutsche Zeitung und verfasste das Buch "Angriff von Rechtsaußen -- Wie Neonazis den Fußball missbrauchen."

Daniela Wurbs, Mitarbeiterin des europaweiten, unabhängigen und demokratischen Netzwerkes "Football Supporters Europe", offizieller Ansprechpartner der UEFA für Fanrechte und Diskriminierungen.

Daniel Lörcher, Fanbetreuer von Borussia Dortmund, organisiert seit mehreren Jahren Gedenkstättenfahrten für BVB-Fans.

Robert Claus, Mitarbeiter der "Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit" (KoFaS) an der Leibniz Universität Hannover, die in den Bereichen Anti-Diskriminierung, Konfliktschlichtung und Gewaltprävention tätig ist.

Ein Film von #R99 und KoFaS in Zusammenarbeit mit FLMH. www.flmh.de mit Aufnahmen von: F95.Antirazzistas, Filmstadt Inferno, stpauli.tv und Aachen Ultras für die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb - www.bpb.de (Rechteinhaberin) Musik: Zeropage.

Mehr Informationen zur KoFaS unter www.sportwiss.uni-hannover.de/kofas.html.

Weitere Infos zum Thema extreme Rechte, Diskriminierung und Fußball im Dossier-Schwerpunkt.
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