Dossier

Deutsche Verhältnisse. Eine Sozialkunde



Bevölkerung - Die Angst vor der demografischen Zukunft

(© picture-alliance/dpa)

Schon seit den 1980er-Jahren haben Bevölkerungs- und Sozialwissenschaftler immer wieder darauf hingewiesen, dass die künftige demografische Entwicklung Probleme mit sich bringen wird. Die Politik hat sich mit diesen Befunden auch durchaus befasst. Sie hat diverse Kommissionen zusammen gestellt und um Rat gebeten. Diesen Ratschlägen folgend wurden beispielsweise die Rentenregelungen verändert. Die Öffentlichkeit hat das Thema des demografischen Wandels zunächst kaum beachtet.

Spät, aber heftig hat sich dann auch der öffentliche Diskurs der demografischen Veränderungen angenommen. Seit der Jahrtausendwende hat kaum ein Thema die Medien und ihr Publikum so beschäftigt wie der demografische Wandel. Bücher, Fernseh- und Zeitschriftenbeiträge darüber häuften sich. Der demografische Wandel geriet zum Dauergesprächsgegenstand in Talkshows und Diskussionsveranstaltungen.

Kaum ein Thema hat bei den Bürgern aber auch so viele Ängste hervorgerufen. Der Geburtenrückgang und die Alterung der Gesellschaft werden ganz überwiegend negativ gesehen. Die eigene Zukunft und die der Kinder erscheinen gefährdet. Angesichts dessen soll im folgenden Beitrag ein von Ängsten möglichst freier, sachlicher Blick auf den demografischen Wandel und seine Folgen ermöglicht werden. Diese Perspektive wird zeigen, dass Bevölkerungsrückgang und Alterung neben Belastungen und Risiken, die viele fürchten, auch manche Chancen mit sich bringen werden.

Grundbegriffe



Größe und Zusammensetzung einer Bevölkerung verändern sich ausschließlich durch drei Prozesse: durch Geburten, Sterbefälle und Außenwanderungen (das heißt durch Umzüge über die Gebietsgrenzen hinweg).

Jede Geburt, jeder Sterbefall und jede Aus- bzw. Einwanderung stellt einen einschneidenden biografischen Vorgang im menschlichen Leben dar. Aber erst dann, wenn wir Geburten, Sterbefälle und Außenwanderungen insgesamt als Bevölkerungsprozesse betrachten, wird deutlich, dass sie Bevölkerungsstrukturen erzeugen oder verändern. Diese haben erhebliche Auswirkungen: So prägt die strukturelle Zusammensetzung einer Bevölkerung nach Ethnien und Altersgruppen wirtschaftliche Vorgänge, Politikfelder und das Alltagshandeln der Menschen – und damit auch wieder Geburten, Sterbefälle und Außenwanderungen.

Bleiben in einem Gebiet die Verhältnisse der Geburten, Sterbefälle und Außenwanderungen zueinander relativ konstant, so spricht man von einer Bevölkerungsweise.

Materialien zum Kapitel "Bevölkerung"

Demografischer ÜbergangEntwicklung der Lebenserwartung Neugeborener seit 1871/1881Durchschnittliche Kinderzahl je FrauWanderung über die Grenzen DeutschlandsLebenserwartung bei der GeburtGeburtenzifferLebenserwartung Neugeborener in ausgewählten Ländern der Welt 2005-2010Differenz zwischen Geborenen und Gestorbenen von 1950 bis 2060Lebenserwartung bei Geburt bis 2060Bevölkerungszahl von 1950 bis 2060Altersaufbau der Bevölkerung in DeutschlandSzenarien zur Entwicklung des Erwerbspersonenpotenzials bis 2050Entwicklung der Altersstruktur65- bis unter 80-Jährige sowie 80-Jährige und Ältere
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