Dossier

Deutsche Verhältnisse. Eine Sozialkunde



Soziale Ungleichheit - Eine Gesellschaft rückt auseinander

(© picture-alliance, chromorange)

Gewisse Grundformen sozialer Ungleichheit finden sich in allen Gesellschaften: Mächtige können ihren Willen gegenüber Ohnmächtigen durchsetzen, Wohlhabende leben angenehmer als Arme, Angesehene werden verehrt, Verachtete gemieden. Freilich unterscheiden sich Art und Ausmaß sozialer Ungleichheiten in verschiedenen Gesellschaften beträchtlich.

In vielen hochentwickelten Gesellschaften wachsen die sozialen Ungleichheiten: Gering Qualifizierte haben es immer schwerer, eine Erwerbstätigkeit zu finden. Die Integration vieler Zuwanderer wird schwieriger. Arbeitslosen fehlt es an Geld, Selbstachtung und Anerkennung. Immer mehr Menschen gelten als arm. Die einst tonangebenden und politisch stabilisierenden Mittelschichten schrumpfen. Die Zahl der hoch Qualifizierten und der gut Verdienenden wächst.

Soziale Ungleichheiten betreffen auf der einen Seite die alltäglichen Lebenschancen und Erfahrungen der Einzelnen. Andererseits schaffen soziale Ungleichheiten aber auch gesellschaftliche Probleme und politische Auseinandersetzungen, die über die Lebenswelt der einzelnen Menschen hinaus reichen. Die gesellschaftliche und politische Bedeutung sozialer Ungleichheit lässt sich daher kaum überschätzen. Bezeichnenderweise waren es nicht zuletzt Probleme sozialer Ungleichheit, die bereits im 19. Jahrhundert dazu führten, dass die Soziologie als eigenständige Wissenschaftsdisziplin entstand.

Materialien zum Kapitel "Soziale Ungleichheit"

Schüler/-innen im 8. Schuljahr nach Schularten in % (1952-2009)Studierende nach Geschlecht in Tausend (Wintersemester 1947/48 bis 2010/11)Abgängerin/innen aus allgemeinbildenden Schulen ohne Hauptschulabschluss 1960 bis 2005 (in Prozent)Bildungtrichter: Schematische Darstellung sozialer Selektion - Bildungsbeteiligung von Kindern nach Hochschulabschluss des Vaters (2007)Schichtspezifische Schulbesuchtsquoten der fünfzehnjährigen Schülerinnen und Schüler 2003. Soziale Herkunft in Quartilen (Vierteln) des ökonomischen, sozialen und kulturellen Status (ESCS-Index)Migrationsspezifische Ungleichheit, 2003Arbeitslose und ArbeitslosenquoteJahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote, 2007Relative Einkommensposition.Ausgewählte Arbeitslosenquoten IEinkommensungleichheitVerteilung der Nettoäquivalenzeinkommen auf die Bevölkerung.Trends der Einkommensungleichheit 1985-2005Ausgewählte ArmutsgefährdungsquotenReduktion des Armutsrisikos der Gesamtbevölkerung durch Sozialtransfers (2005)Vermögensverteilung.Anteile an den Erwerbstätigen nach sozialem Status (Westdeutschland)Die empfundene Gerechtigkeit des eigenen Einkommens in Deutschland 2008
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