zurück 24.11.2017

Vor 65 Jahren: Gründung der Bundeszentrale für politische Bildung

Am 25. November 1952 wurde die "Bundeszentrale für Heimatdienst" gegründet, die 1963 in ihre heutige Bezeichnung "Bundeszentrale für politische Bildung" umbenannt wurde. Die Institution mit dem Kürzel "bpb" steht für die Stärkung der Demokratie und der Zivilgesellschaft. Zunehmend auch in internationalen Kontexten.

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) wurde vor 65 Jahren, am 25. November 1952, gegründet. (© bpb)


Der 25. November 1952 markiert den offiziellen Beginn der staatlichen politischen Bildung in der Bundesrepublik Deutschland. Mit Erlass des Bundesministers des Innern, Robert Lehr (CDU), wurde an diesem Tag die "Bundeszentrale für Heimatdienst" aus der Taufe gehoben. 1963 wurde sie in "Bundeszentrale für politische Bildung" (bpb) umbenannt.

Der Beginn der politischen Bildung fiel in eine Zeit großer Unsicherheit. Beide Teile Deutschlands trugen schwer an den ökonomischen, sozialen und mentalen Folgen der nationalsozialistischen Diktatur. Aufgabe der politischen Bildung war und ist es, "das Verständnis für politische Sachverhalte zu wecken, das demokratische Bewusstsein zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken."[1] Dazu begleitet die bpb seit ihrer Gründung gesellschaftliche Debatten unter anderem durch Formate wie "Informationen zur politischen Bildung" ("die schwarzen Hefte") oder "Aus Politik und Zeitgeschichte" (APuZ). Im Zentrum stehen dabei die Stärkung der Urteilskraft des einzelnen Staatsbürgers und die Ermutigung zur Vertretung der eigenen Interessen.

Aufarbeitung der Nazivergangenheit und Abwehr des Kommunismus



Thematisch lag mit der Verschärfung des Kalten Krieges ab Mitte der 1950er Jahre ein Schwerpunkt auf der Abwehr des Kommunismus und der Abgrenzung gegenüber dem neu gegründeten anderen deutschen Staat, der DDR. Mit dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 und der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit war die Frage nach Schuld und Verantwortung ins Zentrum der gesellschaftlichen Auseinandersetzung der Bundesrepublik Deutschland gerückt. Auch die Radikalisierungserscheinungen in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre, wie etwa das Erstarken der NPD und radikale Gruppierungen aus der Studentenbewegung, machten die Diskussionen um die politische Bildung zu einem zentralen Thema. In den 70er Jahren bildeten Fragen der Friedenssicherung und das wachsende Umweltbewusstsein, vor allem aber die Auseinandersetzung mit dem linksextremistischen Terrorismus, Schwerpunkte im Aufgabenspektrum.

Mit den 1980er Jahren war die öffentliche Auseinandersetzung vor allem durch die nukleare Aufrüstung und den NATO-Doppelbeschluss bestimmt. Hinzu kam eine weitere, von den Parteien aufgeworfene grundsätzliche Frage: Die Abkehr eines Teils der Bevölkerung von der parteipolitisch geprägten Politik.

Neue Formate: Vom Bildschirmtext zum Wahl-O-Mat



Mit der deutschen Wiedervereinigung erhielt die politische Bildung eine neue besondere Bedeutung. Die politische Bildung stand vor der Aufgabe, in beiden Teilen (Ost und West) der Bevölkerung gegenseitiges Wissen zu vermitteln, gemeinsame Lernprozesse zu organisieren und damit Verständnis zu erzeugen. Gleichzeitig wurden als neue Kernzielgruppe Jugendliche und junge Erwachsene definiert. Niedrigschwellige und attraktive Angebote im Bereich der Musik- und Jugendkultur, Kampagnen und Events sollten für sie entwickelt werden. Schon in den 1980er Jahren hatte die bpb ein Bildschirmtext-Angebot eingerichtet, seit September 1997 ist die bpb mit ihrer Homepage www.bpb.de im weltweiten Netz präsent. Die Themen der bpb in den 1990er Jahren waren geprägt von den sprunghaft angestiegenen rechtsextremistischen Gewalttaten. Die bpb intensivierte ihre Bildungsangebote auf diesem Gebiet mit Fachtagungen und Arbeitsmaterialien für Multiplikatoren, mit Kinospots und Plakataktionen gegen Ausländerfeindlichkeit sowie mit zahlreichen Kinoseminaren.

Neben den wirtschaftlichen Problemen rückte Anfang des neuen Jahrtausends auch zunehmend der demografische Wandel ins öffentliche Bewusstsein. Gleichzeitig sind diese Jahre durch heftige Debatten um die Frage nach der "richtigen" Integration der in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten geprägt. Mit dem neuen Jahrtausend erneuerte die bpb auch ihre Online-Präsenz. Besondere Popularität erlangte der seit 2002 bei Bundestags-, Europa- und verschiedenen Landtagswahlen eingesetzte Wahl-O-Mat.

Internationale Vernetzung der politischen Bildung



Im gegenwärtigen Zeitalter der Globalisierung gehen die Aufgaben der politischen Bildung weit über den nationalen Rahmen hinaus. Mit internationalen Konferenzen und flankierenden Bildungsangeboten, wie im Rahmen des Programms "Networking European Citizenship Education" (NECE), beschreitet die bpb den Weg zur Europäisierung der politischen Bildung.


Bekannte Bonner Persönlichkeiten gratulieren der bpb:
 Bill Mockridge. Dr. Eckart von Hirschhausen. Markus Beckedahl. Celia Šašić. Anthony DiLeo. Ines Pohl. Bernhard Hoëcker


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Fußnoten

1.
Erlass über die bpb. So allerdings erstmals in der Version von 1969.
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