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Deutsche Wirtschaft wächst erstmals seit Anfang 2008

Zum ersten Mal seit Anfang 2008 verzeichnet die deutsche Wirtschaft wieder positive Zahlen. Im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres 2009 stieg das Bruttoinlandsprodukt zwischen April und Juni um 0,3 Prozent.

Der Außenhandel lieferte einen wesentlichen Beitrag für das Wachstum. Rangierbahnhof in Maschen bei Hamburg. Foto: AP

Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag (13. August) in Wiesbaden mitteilte, legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent zu. Ein positives Wachstum hatte es zuletzt im ersten Quartal 2008 gegeben. Wegen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise war die Wirtschaft ab dem Frühjahr 2008 in die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik gestürzt. Angesichts der neuen Zahlen scheint diese vorerst beendet.

Motor der jüngsten Entwicklung sind die Konsumenten. Sowohl private als auch staatliche Konsumausgaben haben für positive Impulse gesorgt, wie das Statistische Bundesamt erklärte. Hinzu kommen steigende Bauinvestitionen und die positiven Entwicklungen der deutschen Exportwirtschaft. Sie verzeichnete im Juni mit sieben Prozent den stärksten Anstieg seit fast drei Jahren. Der Außenhandel lieferte damit einen wesentlichen Beitrag für das Wachstum.

Die Wirtschaft hat sich überraschend schnell von der Krise erholt. Experten hatten für das zweite Quartal einen weiteren Rückgang des BIP prognostiziert. Das BIP beziffert den Wert aller im Inland erwirtschafteten Güter und Dienstleistungen und ist zentraler Indikator für das Wachstum einer Volkswirtschaft. Das BIP wurde im zweiten Quartal von 40,2 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren 0,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Krise scheint jedoch noch nicht überwunden: Das BIP sank im ersten Quartal 2009 um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal: der größte Rückgang seit 1970, und damit der größte seitdem die Statistiker Quartalsergebnisse für das BIP ermitteln. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass die Wirtschaft auch im Gesamtjahr 2009 deutlich schrumpft. Die Bundesregierung sowie führende Wirtschaftsinstitute rechnen bisher mit einem Minus von etwa sechs Prozent - dem stärksten Rückgang seit Gründung der Bundesrepublik.

Auch real steht die Wirtschaft im zweiten Quartal 2009 weitaus schlechter da als im vergangenen Jahr. Im Vorjahresvergleich sank das BIP um 5,9 Prozent.

Der Konjunktureinbruch hinterlässt auch auf dem Arbeitsmarkt Spuren. Wie die Bundesagentur für Arbeit bekanntgab, nahm die Zahl der Arbeitslosen im Juli 2009 im Vergleich zum Vormonat um 52.000 zu - im Vergleich zum Juli des Vorjahres um 252.000.

Das statistische Amt der Europäischen Union Eurostat legte ebenfalls am Donnerstag seine Zahlen für das zweite Quartal 2009 vor. Die Rezession im Euroraum hat sich demnach deutlich abgeschwächt. Das Bruttoinlandsprodukt sank in den 16 Euro-Ländern von April bis Juni aber nur noch um 0,1 Prozent zum Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Wirtschaftsleistung um 4,6 Prozent zurück.


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