Politik

Hintergrund aktuell



Obama neuer Präsident der USA

Amerika hat gewählt. Neuer Präsident der USA wird der Demokrat Barack Obama. Laut Hochrechnungen konnte Obama 349 Wahlmännerstimmen für sich gewinnen - und damit deutlich mehr als die notwendigen 270. Der Republikaner John McCain kommt auf lediglich 163 Wahlmänner.

Wahlsieger: Barack Obama, Foto: AP

Überraschend deutlich gewann der 47-jährige Demokrat Barack Obama gegenüber seinem republikanischen Herausforderer John McCain. Ersten Hochrechnungen zufolge gewann Obama in mindestens 27 der insgesamt 50 Bundesstaaten die Mehrheit und kommt demnach auf 349 Wahlmännerstimmen. Für einen Sieg wären lediglich 270 der insgesamt 538 Wahlmännerstimmen nötig gewesen. McCain erhielt 163 Wahlmänner. Knapper hingegen fiel das Ergebnis bei den landesweiten Wählerstimmen aus - Obama kam hier auf 51 Prozent, dicht gefolgt von McCain, der 48 Prozent erzielte. In mehreren Bundesstaaten sind die Auszählungen noch im Gange. Die Wahlbeteiligung lag vermutlich so hoch wie seit 100 Jahren nicht mehr. 187 Millionen der insgesamt 213 Millionen wahlberechtigten Amerikaner hatten sich für die Wahl registrieren lassen. Allein in Virginia soll die Beteiligung offiziellen Angaben zufolge bei 75 Prozent gelegen haben.

Während Obama vor allem im Nordosten, einer traditionell liberalen Region, und im Mittleren Westen punktete, war McCain im konservativen Süden des Landes, wie Utah, Arkansas, Kansas, Kentucky und Tennessee erfolgreich. Ausschlaggebend für Obamas Wahlerfolg waren Siege in den so genannten "Swing States" Florida, Ohio, Pennsylvania und Virginia, wo zuletzt 1964 ein demokratischer Präsidentschaftskandidat gewonnen hatte. Auch Iowa, das vor vier Jahren noch an die Republikaner gegangen war, und Pennsylvania konnte Obama für sich entscheiden.

Die Demokraten gewannen nicht nur das Rennen um das Präsidentenamt, sondern auch die zeitgleich stattfindenden Kongresswahlen. Die Partei holte sich in beiden Kammern, Senat und Repräsentantenhaus, die absolute Mehrheit. 35 der insgesamt 100 Senatssitze standen zur Wahl. Ersten offiziellen Ergebnissen zufolge werden die Demokraten in der neuen Legislaturperiode 56 Sitze im Senat belegen, die Republikaner nur noch 40. Im Repräsentantenhaus, wo alle 435 Abgeordneten neu gewählt wurden, konnten die Demokraten ihre Mehrheit weiter ausbauen. Sie kamen auf voraussichtlich 252 Sitze, die Republikaner auf 172.

Angesicht der deutlichen Überlegenheit Obamas räumte McCain seine Niederlage ein. Es sei eine historische Wahl gewesen und eine besondere Stunde für die Schwarzen in Amerika, so der Republikaner. Gratulationen kamen auch von Präsident George W. Bush, dessen achtjährige Amtszeit endet, wenn Obama am 20. Januar 2009 in Washington den Amtseid ablegt.

Obama selbst zeigte sich in seiner Siegessrede zuversichtlich. Mit seinem Wahlsieg sei der Wechsel nach Amerika gekommen. Er machte aber auch deutlich, vor welchen Herausforderungen das Land nun stände: "Zwei Kriege, ein Planet in höchster Gefahr, die schwerste Finanzkrise in einem Jahrhundert." Obama mahnte zur Geduld: Der Weg, der vor Amerika liege, sei lang. Neben den außenpolitischen Fragen kündigte Obama an, Gegensätze in der US-Gesellschaft überwinden zu wollen und sich für die "nationale Einheit" stark zu machen.


Mehr zum Thema

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln