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Gedenkfeier in Japan

Am 6. und 9. August warfen US-Bomber Atombomben über Hiroshima und Nagasaki ab. Bis heute leiden die Menschen an den Folgen der nuklearen Verseuchung. Auch politisch wirkt die Katastrophe nach: Japan verzichtet auf eine atomare Bewaffnung.

Gedenkfeier im Friedenspark in Hiroshima
Foto: AP

Rund 45.000 Menschen versammelten sich am Montag im Friedenspark von Hiroshima, um der Opfer des US-Atombombenabwurfs zu gedenken. Eine Schweigeminute um 8.15 Uhr - dem Zeitpunkt des Abwurfs - leitete die jährlich stattfindende Gedenkfeier ein. Während einer Rede erneuerte Ministerpräsident Shinzo Abe sein Versprechen, Japan werde "die wesentlichen Prinzipien gegen Atomwaffen" einhalten und an seiner pazifistischen Verfassung festhalten: Das Land werde weder Atomwaffen herstellen noch besitzen oder stationieren. Paragraph 9 der japanischen Nachkriegsverfassung erlaubt dem Land Kriegsführung nur zum Zwecke der unmittelbaren Selbstverteidigung.

Noch im Juli hatte ein Vortrag des damaligen Verteidigungsministers Fumio Kyuma für Aufsehen gesorgt. Kyuma erklärte, die amerikanische Bombardierung der Städte Hiroshima und Nagasaki sei "unvermeidbar" gewesen, um den Zweiten Weltkrieg zu beenden. Er musste daraufhin zurücktreten. Ministerpräsident Abe entschuldigte sich am Sonntag bei einem Treffen mit Vertretern der Überlebenden für seinen Minister: Die Worte Kyumas hätten die Gefühle der Opfer sehr verletzt.

Bei dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima durch den US-Bomber "Enola Gay" am 6. August 1945 kamen 80.000 Menschen ums Leben. Nur drei Tage später tötete die Plutoniumbombe "Fat Man" in Nagasaki, damals ein wichtiger Kriegshafen, 75.000 Menschen. Am 15. August 1945 gab Japan seine Kapitulation bekannt, die am 2. September in Kraft trat. Im Dezember 1965 verabschiedete das japanische Parlament ein Gesetz, das die kostenlose medizinische Versorgung der Opfer der Atombombenanschläge, "hibakusha" genannt, sicherstellt. Zuvor mussten die Opfer die Kosten dafür selbst tragen. Bis heute starben insgesamt mehr als 360.000 Menschen an den Folgen der Verstrahlung.


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