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Deutscher Katholikentag

Gerechtigkeit hat sich der 96. Deutsche Katholikentag auf seine Fahnen geschrieben - und will sich damit auch in sozialpolitische Debatten einmischen. Über 40.000 Gäste werden zum größten katholischen Laientreffen erwartet, das von Mittwoch bis Sonntag in Saarbrücken stattfindet.

Unter dem Motto "Gerechtigkeit in Gottes Angesicht" wollen über tausend Veranstaltungen die Frage klären, was Gerechtigkeit in der heutigen Gesellschaft bedeutet. Neben Gottesdiensten geht es bei Vorträgen, Workshops und Diskussionen mit prominenten Politikern um konkrete Themen wie die Zukunft Europas, Familienpolitik, Sozialabbau, Arbeitslosigkeit oder die Integration von Zuwanderern.

Der Gastgeber des Katholikentages, der Trierer Bischof Reinhard Marx, sagte im Vorfeld, er hoffe, der Katholikentag werde der sozialen Bewegung innerhalb der Kirche einen neuen Impuls geben. Er forderte die katholische Kirche zu mehr sozialpolitischem Engagement auf. Dabei gehe es nicht um Parteipolitik; die Kirche solle vielmehr Orientierung geben und wichtige Themen wie Gerechtigkeit, Überwindung der Armut oder Globalisierung ansprechen. Neben Vertretern der christlichen Kirchen werden auch zahlreiche Politiker wie Bundespräsident Köhler, Kanzlerin Merkel (CDU), der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Franz Müntefering (SPD) und der österreichische Bundeskanzler und derzeitige EU-Ratspräsident Schüssel teilnehmen.

Der erste Katholikentag wurde 1848 in Mainz abgehalten. Die Treffen, auf denen sich die katholische Kirche mit ihren Institutionen und Verbänden der Öffentlichkeit präsentiert, finden in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten statt. Für den 96. Katholikentag in Saarbrücken rechnet der Veranstalter, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, mit Kosten von etwa 6,7 Millionen Euro.

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