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Flucht nach Europa

Die Flüchtlingswelle aus Afrika nach Europa ebbt nicht ab. In der vergangenen Woche erreichten etwa 1.000 Flüchtlinge mit Booten die Kanarischen Inseln - überwiegend aus Mauretanien. Der Flüchtlingsansturm stellt die EU vor große Herausforderungen.

Im Herbst 2005 versuchten afrikanische Migranten noch, über die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla an der Mittelmeerküste Marokkos in die EU zu gelangen. Da dieser Weg inzwischen so gut wie versperrt ist, führt eine neue Route von der Küste Mauretaniens über den Atlantik an die Strände der Kanarischen Inseln. Rund 3.000 Flüchtlinge sind so seit Jahresbeginn auf den Kanaren und damit in der EU angekommen. Im Vorjahr wählten im gleichen Zeitraum lediglich 800 Menschen diesen Weg.

Schieberbanden betreiben ein reges und tragisches Geschäft mit den Menschen, die vor Armut und politischer Verfolgung in die EU flüchten. Bis zu 1.000 Euro kostet die vier- bis fünftägige Überfahrt in offenen Booten. Nach Schätzungen der Hilfsorganisation Roter Halbmond starben allein im letzten halben Jahr 1.300 Afrikaner auf der Seereise. Die EU verfolgt die jüngste Entwicklung in Mauretanien mit Sorge. Eine gemeinsame Delegation der EU-Kommission und Spanien erkundete in der vergangenen Woche vor Ort Möglichkeiten, den Flüchtlingsstrom einzudämmen. Am Mittwoch werden die Innenminister aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Polen im Ostseebad Heiligendamm über die Migrationspolitik der EU beraten.

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