Politik

Hintergrund aktuell



Schrumpfende Regionen

Deutschland schrumpft: Mehr als die Hälfte aller deutschen Landkreise wird bis zum Jahr 2020 Einwohner verlieren, so eine aktuelle Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. In den neuen Ländern und im Ruhrgebiet sterben ganze Landstriche, während Metropolen und reiche Regionen im Süden noch an Bevölkerung gewinnen.

Wohnungsleerstand im Osten: Einsam in der Platte Foto: C. Revilla

Seit Jahrzehnten werden in Deutschland zu wenige Menschen geboren. Selbst Zuwanderung kann den Schwund der Bevölkerung nicht mehr auffangen, so die Studie "Die demografische Lage der Nation" des Berlin-Instituts, die am Dienstag vorgestellt wurde. Ihr zufolge erreichte 2004 die Geburtenziffer in Deutschland mit 1,36 Kindern pro Frau einen neuen Tiefstand. 2,1 Kinder müssen es sein, soll die Bevölkerungszahl stabil bleiben. Strukturschwachen Regionen in Ostdeutschland und dem Ruhrgebiet macht eine "Schrumpfungsspirale" aus Geburtenschwund, Arbeitslosigkeit und Massenabwanderung zu schaffen: Junge, gut ausgebildete Frauen und Familien aus solchen schwachen Gebieten ziehen in Wachstumsregionen wie Baden-Württemberg oder Bayern.

Die Folge ist ein verschärfter Wettbewerb der Kommunen um qualifizierte Menschen und junge Familien, so das Berlin-Institut. In Zukunft würden Regionen professionell für sich werben müssen. Wer keine idealen Arbeits- und Wohnbedingungen anzubieten habe, bleibe auf der Strecke. Angesichts des Bevölkerungsrückgangs in den neuen Ländern möchte die Bundesregierung am Montag in Sachsen-Anhalt mehrere Modellversuche vorstellen, um abgewanderten Menschen die Rückkehr zu erleichtern. Im Gespräch seien unter anderem die Gründung einer "Rückkehrer-Agentur" und eine "familienfreundliche Hochschule", so die Berliner Zeitung in einem Bericht.

Mehr zum Thema

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln